Everything that has to do with Brazil

So Einiges, SUS, IC, Faci und Chair …

So Leute, nachdem nun der letzte Eintrag doch schon etwas sehr viel länger her ist, kommt nun mal wieder was. Das ich so lange nicht geschrieben habe, hatte allerdings auch seine Gründe, wie ihr gleich sehen werdet:

Vorletzte Woche Freitag (ist es doch schon so lange her …) gab es eine geniale Abschiedsparty für die Japanerin Tomoko, die zurück ging.
Als wir dort ankamen, fuhren wir erst einmal durch das Hauptportal rein – das war allerdings nur das Sicherheitsportal für den Wohnbezirk! Anschliessend ging es noch einmal durch ein Portal – für die Nachbarschaft… Anschliessend kamen wir endlich am Haus an und gingen rein …

Der erste Eindruck war “hier können wir ohne Probleme unsere nächste nationale Konferenz abhalten mit 600 Leuten! Allein schon die Eingangshalle hätte fürs Plenum gereicht! Der Pool mit 2-stufigem Wasserfall tat dann sein Übriges! Auf so einer Party durfte dann natürlich auch Cachaça nicht fehlen, bei dem selbst Kenner die Augen aufreissen (“Salinas”) und so war ich einige Zeit mit Caipirinha machen beschäftigt. Der Sohn der Familie sieht mir ähnlich, weshalb einige Leute und schon “Vater und Sohn” nennen – obwohl der Rest der Familia alle eindeutig von Arabern abstammt! Doch ein echt krasser Unterschied!
So gab es aber auf der japanischen Abschiedsparty in Brasilien arabisches Essen ;).

Als ich, nachdem der Pool schon eingeweiht worde war, wieder einmal dazu überging, einigen Leuten in den Pool zu helfen und unser LCP was dagegen hatte und sich im Bad verkroch, ihn aus selbigem herausziehen wollte, muss ich mich wohl irgendwo dran verletzt haben. Auf jeden Fall kam aus meine kleinen Finger so einiges an Blut, weswegen der LCP dann doch lieber freiwillig in den Pool ging :P.

Am nächsten Morgen sah es dann doch auch etwas tiefer aus und ich ging zum Gesundheitsposten, um einmal einen Blick drauf werfen zu lassen – die meinten dann, dass das ein Fachman sehen müsse. Ich kam im Gesundheitsposten um ein Uhr an und wurde um zwei Uhr im Krankenhaus begutachtet. Das wäre auch schnell gewesen, wenn das nicht 13h und 2 Uhr morgens gewesen wäre, zwischen denen ich die Wartebank nicht verlassen durfte, weil sonst mein Warteplatz weggewesen wäre! Ashley hat ca. 8 Stunden mit mir gewartet, Rodolfo noch einmal 4 und dann kam ich endlich dran…

Nach der Begutachtung morgens um 2 sagten sie mir dann, dass es operiert werden müsse, da die Sehne mit angeschnitten worden war – allerdings nur nachdem ich 4 Stunden nix getrunken und 8 Stunden nix gegessen habe … was hiess, obwohl ich schon fast am Verhungern war, bis 6 Uhr morgens warten musste. Schlafen konnte ich so natürlich nicht :P. Der Rest des Schlafsaales hat auch nicht geschlafen. Dort gab es z.B. einen, der im Auto sass, als ein Motorrad mit 120 genau die Seitentür traf …

Um 7 Uhr wurde ich dann endlich operiert und die Narkose hielt auch gleich bis 15 Uhr an. Danach wollten mich die Leute nicht ohne Abendessen gehen lassen … so kam ich am Sonntag um 18 Uhr wieder aus dem Krankenhaus und hatte so mein ganzes Wochenende im Krankenhaus verbracht!
Der Finger wurde gefixt und so konnte ich natürlich ziemlich schlecht am Computer arbeiten und es tat auch weh – weswegen ich dann eine Woche nicht zur Arbeit gehen durfte. Ich hatte zumindest noch einige Sachen zu Hause zu tun und es war auch wieder die erste Woche der Uni – so dass die Leute wieder zurück waren und natürlich auch die Parties wieder losgingen – fast die ganze Woche durch >P.

Auf einer dieser Parties traf ich auch eine Erstsemesterin. Alle Erstsemester bekommen einen Spitznamen verpasst, den einige dann für ihr gesamtes weiteres Leben tragen – wie z.B. Foka (Seehund), Werwolf, oder Seife (windet sich immer aus allem raus) ;). Dieses Mädchen hatte nun aber verdammte Ähnlichkeit mit, und bekam deshalb den Spitznamen ASHLEY! Mein Mitbewohner hat wohl doch Eindrücke hinterlassen. Sein Kommentar hinterher – “dann muss sie ja hässlich sein :P”.

Am Freitag musste ich allerdings um 7.30 Uhr wieder ins Krankenhaus, um das Ganze einmal begutachten zu lassen. Unter der Woche musste ich jeden Tag den Verband wechseln lassen, was 2x in 5 Minuten ging, einmal nur in 1 1/2 Stunden …
Im Krankenhaus musste ich mich also an eine Schlange aus 250 Leuten anstellen um mich zu registrieren, danach habe ich vor dem Behandlungszimmer (es gab nur 2) noch einmal 1 1/2 mit anderen Patienten unterhalten (2 Damen von 50 Jahren – deren Mutter wurde wegen Hautkrebs behandelt). Diese weckten mich dann auch weitere 1 1/2 Stunden später wieder auf, als ich schon eingenickt war ;). Die weitere Behandlung dauerte nur 5 Minuten :P.
Diese Woche darf ich denn nun wieder arbeiten und morgen werden die Fäden (8 Stiche) gezogen… Am 14. kommt dann die Schiene ab und die Physiotherapie beginnt …

All dies lief unter dem “Systema unico de Saúde” – dem öffentlichen Gesundheitssystem von Brasilien, dass die Leute benutzen, die kein Geld haben und dass allen eine Grundversorgung garantieren soll. Wer es sich leisten kann, benutzt eine private Behandlungsstätte, aber ich hatte auch mal Bock auf eine echte brasilianische Erfahrung, hehe ;). Man lernt halt nie aus …

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Die 2. Sache, weshalb es sich hinzog, war der internationale AIESEC Kongress, der im August stattfindet. Dafür bin ich nun zwar nicht als VicePresident, aber immerhin als Teamleiter ausgewählt worden, weil die Wahl so verdammt knapp ausfiel und sie mich unbedingt im Team haben wollten ;). Ist doch auch schon mal ein Kompliment >P. Zudem mache ich nicht nur den Job eines normalen Teamleiters, der eigentlich erst am 15. Juli losgeht, was dementsprechend auch das Datum ist, an dem ich nach São Paulo ziehen werde. Sondern, weil ich ja bisher schon am IC gearbeitet habe und der VP noch im nationalen Kommittee in Mexiko beschäftigt ist bis Juni, werde ich in Teilzeitarbeit noch einen Teil seiner Aufgaben mitübernehmen, unter anderem auch, weil er noch kein Portugiesisch spricht. Es wird also doch noch ne Hammererfahrung – auch wenn jetzt natürlich der Stress mit dem Takeover kam und die Seite bis zum 6. März stehen muss …

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Die 3. Sache, weswegen ich keine Zeit hatte, war, dass ich Facilitator / Trainer und auch gleichzeit “Chair” / Vorsitz der “Discovery Days” und teilweise auch des Replanungswochenedes hier vom Lokalkommittee von AIESEC war. Das war nun letztes Wochenende und es war absolut genial. Nächstest mal mache ich dann “Table” 😉 Heute habe ich schon 2 weitere Einladungen bekommen, um in Gôiania und Brasilia Faci bei den DDs zu sein … 😉

Seit heute arbeite ich denn auch wieder normal, weil mein Finger mich mitterweile auch nicht mehr so stört. Ich versuche noch mal ein Foto vom aktuellen Zustand zu bekommen, bevor morgen die Fäden gezogen werden :P.

Bis demnächst (hoffentlich ein bisschen früher dies Mal ;)…

Warmschrank, Pinga Fogo und CCVPIS

Nachdem unser Kühlschrank nun kaputt war und mein Mitbewohner sich nun endlich dazu durchgerungen hat einen neuen zu kaufen, hat er dies in der Stunde der Zeitumstellung gemacht, weswegen es anscheinend bei der Bank ein Problem gegeben hat – nun kommt der neue Schrank erst am Montag! Also schon 2 Wochen ohne … naja, halt mit Warmschrank, nech? 😛

Ein ähnliches Problem gab es auch bei der Satellitenfernsehfirma – auch kein Fernsehen gerade!

Gestern hatten wir nun noch mal ein Pinga Fogo für einen anderen AIESECer, der zu Nokia in Ungarn geht. Er wusste ziemlich viel, aber trinken musste er trotzdem! 😛 Es wurde noch eine geile Party ;).

Die Bewerbung für den internationalen Kongress läuft auch gerade, Interview hatte ich am Dienstag und am Ende des Monats weiss ich dann endlich, wie meine Zukunft hier aussieht …

Trilinguales Fernsehen, , Traineewechsel, Kolibris und Zeitumstellung

Vor einigen Tagen sassen wir vor dem Fernseher – Claudio (Chile), Amitava (Indien) und ich.

Beim Zappen kamen wir auf Deutsche Welle TV. Es gab die Nachrichten – auf Spanisch, über Pakistan, so dass Claudio und ich problemlos folgen konnten, Amitava konnte uns dann auch die Schreie der Massen im Hintergrund übersetzen … dass nenne ich trilaterale Beziehungen :D.

Amitava ist nun am Sonntag Morgen allerdings schon wieder zurück nach Indien – nach einem Jahr in Brasilien. Ashley und ich habe ihn noch zum Flughafen gebracht wo er dann um 6.30 morgens abgeflogen ist *schnüff*.

Dafür ist nun Tarek endlich angekommen aus Dubai / Palästina / Jordanien / Ägypten (er hat länger in all diesen Ländern gelebt, so ca. 6 Jahre in jedem :P). Lustiger Typ und nun haben wir nach Amitava wieder einen Trainee, der nur Englisch spricht … aber das ändert sich aber glaube ich ziemlich schnell – er macht schon massig Fortschritte in den ersten Tagen! 😉 Bleiben wird er wohl noch für 6 Monate.

Die Abschiedsparty für Amitava und Tomoko, die auch diese Woche geht, haben wir am Freitag gehabt – da ist Tarek dann direkt reingeplatzt vom Flughafen ;).

Von Samstag auf Sonntag hatten wir nun Zeitumstellung – nun ist Deutschland wieder 4 Stunden vorraus, aber ich glaube durch die baldige Zeitumstellung in Deutschland dürfte sich das auch noch weiter entfernen …

Ashley hat gestern so etwas wie die deutschen Futterspender im Winter aufgehängt – allerdings war der nur mit Zuckerwasser befüllt und ist hier für die Kolibris, oder wie die hier heissen: Blumenküsser 😉 (Blumenpickser auf Spanisch, wenn ich das richtig verstanden habe ;)). So haben wir nun wohl öfters Kolibris vor dem Fenster ;).

Das neue Haus, Reste vom Karneval und São Paulo, Men in Black und Zähnen ziehen!

So, nachdem ich nun vom Karneval zurück bin und mich auch langsam zumindest schlafmässig auf der Höhe befinde (ein bisschen krank bin ich glaube ich immer noch) und in der letzten Zeit auch eher mit der CCVPIS Bewerbung beschäftigt war (wobei die Chancen dafür glaube ich ziemlich gut stehen, komme ich nun auch mal wieder zum Blog schreiben…

Das neue Haus gefällt mir eigentlich besser als das alte, hat allerdings auch kleine Nachteile:

+:

– das Haus ist größer
– wird sind zZ. ca. 5 Leute hier, so ist man weniger allein (war ich ja vorher seit Dezember!)
– wir haben eine Putzfrau
– wir haben einen 35 Zollfernseher 😀
– wir haben einen Pool!
– die Sauna muss ich noch mal ausprobieren
– das Internet ist endlich schneller 😀
– wir sind noch näher am Zentrum

-:

– mein Zimmer geht direkt zur Hauptstraße – wird oft laut und man weiss nicht genau was man alles einatmet…
– als ich ankam war erst mal für eine Woche der Kühlschrank kaputt! Erst heute wurde der wieder gefixt …
– der Abfluss in der Küche ist laufend verstopft (nicht im Sinne von einem Paradox :P)
– ich habe nun einen Weg von ca. 15 Minuten zur Arbeit – allerdings kann man so auch mal mehr Nachdenken 🙂
– die Nachbarn sind etwas lärmempfindlich
– ich wohne direkt mit Ashley im selben Zimmer, kann stören bei Damenbesuch 😉

Das Haus ist direkt gegenüber von einem Krankenhaus, so dass theoretisch die Leute immer rübergucken können, weil wir genau gegenüber den Fenstern am Ende des Ganges liegen … zumindest gibt es Vorhänge!

Das nun mal als kurze Übersicht. Bisher habe ich mich nun ca. 1 Woche eingelebt und mal gucken wie es sich noch entwickelt.

Nun habe ich auch noch ein Foto vom Karneval aufgetan, so dass ihr noch ein bisschen einen Eindruck bekommt :D.


… und auch noch mal einen Blogeintrag auf einem insgesamt ziemlich interessanten Blog! über Brasilien – in diesem Fall über den fetten Karnevalskönig in Bahia – oder eben auch nicht! 😉

Auch möchte ich euch nicht meinen Trip nach São Paulo vorenthalten, den ich eigentlich sogar schon vor dem Karneval gemacht habe! 😉

São Paulo ist die größte Stadt Brasiliens (klar bei 16 Millionen Einwohnern) und auch das wirtschaftliche Zentrum der Nation (mit Rio de Janeiro und der Hauptstadt Brasilia). Nur ca. 10% der Stadt sind mit der Metro angebunden und sogar die Uni hat keinen Metroanschluss!

Es gibt so einige Metrostationen mit komischen Namen…
– Zähneziehen (Tiradentes, berühmter Revolutionär – von Berufzahnarzt)
– Licht (Luz)
– Freiheit (Liberdade)
– Schokoladencreme (Brigadeiro, was auch ein Brigademitglied ist :))
– Gesundheit (Saude)
– Betlehem (Belém)
– Anhangabáu (immer noch keine Ahnung was das heißt :P)
– Armenien …

Als ich dort war, blieb ich im Haus des nationalen Kommittees von AIESEC in Brasilien. Das war ein Haus ausgelegt für ca. 10 Personen, wo eigentlich 15 Personen ständig leben und mit der ständigen Fluktuation von Nationalen Strategie Leitern oder Leuten wie mir waren es dann mal wieder 20 – ich habe Glück gehabt und ein Bett bekommen, weil zwei der NSL morgens um 5 den Bus nach Rio und Viktoria nehmen mussten :P. Das Komittee für den International AIESEC Kongress ist dort auch untergebracht (und wird es wohl auch bleiben, wie ich vor 2 Tagen mitbekommen habe, es wird dann bloss ein bisschen umdisponiert – nicht nur ein Kühlschrank für 20 Leute :P).
Der Präsident von AIESEC (kurz @) hatte sogar seine Mutter für eine Woche dort, weil sie einen Kurs an seiner Musikschule gegeben hat, aber komisch fühlte es sich doch an …
Wir waren also am Samstag Abend in einer Bar, seine Mutter war auch dabei, aber er war der Einzige, der doch noch ein Mädel abgeschleppt hat (vor den Augen seiner Mutter) =) ). Die Bar war ziemlich geil, mit MPB (Musica Popular do Brasil = brasilianischer Pop), eigentlich nicht zum Tanzen, was aber am Ende trotzdem alle getan haben. Es gab 2 Etagen / Bühnen und das ganze erinnerte mich an Südstaatenromantik aus New Orleans. Das Bier war mit 6 Reais pro 0,6 Liter (ca. 2,5 ?) für meine Verhältnisse teuer – in der Disko hier kann es noch einmal gut das Doppelte werden!, São Paulo ist teuer!)

Hier sonst auch noch mal ein Blogeintrag über Tropa Elite – den Filme, über den ich schon berichtet hatte und Gefängnisverhältnisse in Brasilien … auch in São Paulo!

Aber fangen wir mal am Freitag an:
Kurz vor der Abfahrt noch mal Thermometer checken: 40 Grad! Dies vor allem, nachdem ich den Blog eines Freundes in Canada gecheckt habe … 😛

Nachdem mein Freund, bei dem ich pennen sollte Gelbfieber hatte und lieber nach Hause gefahren ist, habe ich mir 4 Stunden vor der Abfahrt nach SP noch den Platz im MC (Member Committee) gesichert, was sich letztendlich sogar als Bett rausstellte.
Nachdem ich ca. 1 Stunde rumgeirrt und öfters von Leuten in die falsche Richtung geschickt worden war und an der Tür noch mal 5 Minuten auf mich aufmerksam machen musste, hatte ich einen verdammt geilen Abend … (irgendwie im wahrsten Sinne des Wortes, aber das wird besser nicht öffentlich oder wirft ohne Hintergrundwissen ein komisch Bild auf @Brasilien 😛 … ^^).

Am Samstag ging es dann auf die Australische Party im Park, was einer der Gründe gewesen ist warum ich mir gesagt habe: Dieses Wochenende hat einen Grund mehr nach SP zu kommen! Es war auch eine geile Party, mit ca. 4 Australiern, einem Neuseeländer, 2 Brasilianern, die schon ein Jahr in Deutschland waren, einigen anderen 5 Nationen und natürlich Brasilianern (ca. 20 Leute insgesamt).

Nach dem Versuch einer Runde Kricket ging es dann Abends noch in die vorher bepriesene Bar. (Da waren allerdings teilweise andere Leute mit dabei).

Am Sonntag zog ich dann noch mit 2 Trainees los, von denen ich einen auf der Aussiparty kennen gelernt hatte.

So traf ich mich mit dem Chilenen (Fernando) und dem Briten auf der Rua Paulista – und wir merkten, dass wir ohne uns abzusprechen die MEN IN BLACK waren ;). Der Musikgeschmack war dann auch ähnlich und wir hatten gleich was zum Quatschen :).

Dann haben wir / ich noch etwas von der Stadt gesehen:

Erst waren wir auf dem Platz von Chinatown, wo sie das chinesische Neujahr vorbereitet haben – erst australische, dann chinesische Fete und dass in Brasilien :P.

Auf dem Weg haben wir auch eine Sambaband getroffen, die für den Karneval geprobt hat – einfach geil! Es war aber nur ein Mann dabei :P. Kurz darauf sagt mir ein Mädel auf der Straße – “Du bist blond, du hast ne Digicam, du bist Deutscher!” – krass was für Stereotypen die hier haben! Kurz vorher hatte ich mich noch gefragt ob ich berühmt bin, weil eine 40jährige sich unbedingt mit mir ablichten lassen wollte! ^^

Und ein Urwaldpark inmitten der Stadt …

So hatte ich also meinen Spaß und komme hoffentlich bald (als CCVPIS wieder 🙂 ). Das Interview ist am Dienstag … 😀

Abschied, Unfall und Umzug

Der letzte Tag der Party geht vorbei…
den letzten Kuss noch auf den Lippen marschiere ich morgens um 8 langsam vom anderen Ende der Meile zum Bus…
vorbei am Meer, dass weich an den Strand spült,
über die Straße, bei die mit Wasser gespült wird, so dass ich vor lauter Reflektionen nichts mehr sehen kann und fast in der AfterPartydisko lande, die morgens um 8 erst aufmacht,
vorbei an den letzten Patroullien der Militärpolizei, nun schon immer 50 auf einmal,
vorbei an den letzten Ladies und älteren Damen, die einem “Gringo” hinterherrufen,
vorbei an den abgestellten Trielektrikos, die nach der nächtlichen Tour morgens um 6 noch das 2. Mal losgezogen sind, um morgens um 9 wieder Konzerte zu geben … die Stadt schläft echt nie…, … und am Ende zum Bus, wo ich langsam zu einigen Feststellungen über den Karneval komme:

1. such dir ne günstige Unterkunft, sonst kommst du gar nicht erst an Land (vielleicht auch eine, wohin du jemanden mitnehmen kannst? ;))
2. das Bier ist saugünstig (50 Cent / 0,5 Liter)
3. es ist egal, ob du deine Freunde auf dem Weg verlierst – das tust du sowieso! – wichtig ist bloss, wo du sie wiederfindest! (und wenn das nicht klappt, findet man von den 10 Leute in meinem Fall doch immer wieder einen irgendwo ;))
4. das nächste Mal ne Einwegkamera …

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei meiner Unterkunft ging es also mit dem Bus wieder Richtung Ribeirão Preto … was diesmal allerdings 38 Stunden dauern sollte, da wir auch noch in einen Unfall verwickelt waren.
Als ein Auto auf der Gegenfahrbahn bei Regen versuchte, einem LKW auszuweichen, dabei die Gegenfahrbahn einmal überquerte und sich auf der anderen Seite mehrfach überschlug, schleuderte es auch einige Steine durch die Gegend, wovon einer unsere Windschutzscheibe traf. Diese war zumindest nicht zertrümmert, aber wir mussten doch noch auf die Polizei warten. Solange gingen 35 der 40 Menschen im Bus gaffen und ich blieb mit 5 Leuten zurück. Die Fahrerin hatte wohl innere Verletzungen, aber zumindest ist ihrer kleinen Tochter nichts passiert. Vom LKW Fahrer habe ich nichts mehr gehört …

Als ich dann nach 38 Stunden wieder “zu Hause” war, war das schon woanders – der halbe Umzug war schon vollzogen, obwohl Ashley nur einen halben Tag vor mir nach 2 Monaten aus den USA wiedergekommen war. So komme ich vom Karnevalsstress also in den Umzugsstress und glaube ich werde gerade ein bisschen krank – aber gelohnt hat es sich trotzdem… 😉

bester Tag und 40t Klos

Gestern war nun der beste Tag von allen bisher.
Aber erst noch ein bisschen mehr zur Athmosphäre:

– es läuft alle 3-5 Minuten eine Patroullie Militärpolizei durch die Menge, die z.B. Verletzte mit rausbringt – für die macht man besser sofort Platz, weil die im Zweifelsfall nicht lange fackeln. Von der Authorität her erinnern die mich an das Militär in der Diktatur Togo…
– es gibt ein paar öffentliche Toiletten, ein paar öffentliche Wände, aber wer sich schon den Luxus eines Blocos gönnt, kann im 2. Wagen auch gleich das Klo benutzen – Rollende 40t Klowagen, auf denen oben drauf auch wieder Fans stehen und in die eine Bar integriert ist.

Bleiben tu ich hier in Salvador bei Diogo, einem anderen AIESECer, der mich herzlich aufgenommen hat, nachdem 2 Kolumbianer fürs Übernachten abgesagt haben und mit der Meute der 10 “Söhne Gandhys” jeden Abend mit auf Piste nimmt. Bekommen habe ich den Kontakt über Kerstin, die hier in Salvador mit AIESEC ein CEED gemacht hat, aber nun schon langsam wieder in Deutschland ist – der Karneval war der Abschluss des Aufenthalts.

Leider sind alle Geschäfte geschlossen, so dass Einmalkameras eher schwierig zu bekommen sind. Ich versuche dann hinterher noch von woanders Fotos zu bekommen, aber das Wichtigste ist ja im Kopf … ;).
Nachdem ich gestern (mal wieder für 6 Stunden) die Meute verloren habe, war ich trotzdem nie lange allein … ein Gringo / Weisser scheint manchmal auch ganz gut anzukommen ;). Das sind Erinnerungen, die auch Fotos nicht beschreiben konnen … 😉

Salvador ist übrigens die 3.grösste Stadt Brasiliens mit 3 Millionen Einwohnern und dem grössten Anteil an Farbigen in ganz Brasilien. Das macht sich deutlich bemerkbar, auch an der Kultur, wo noch sehr viel von Afrika hier durchscheint (ein Beispiel sind auch diee Söhne Gandhys, die ein afrikanischer Bloco sind. Auch deren Musik kenne ich eher aus Afrika als von hier …

Videos und letzter Tag

So, heute haben wir den letzten Tag der Umzüge, irgendwann kann der Körper auch nicht mehr, wenn 4 Tage lang die Hauptnahrung aus Bier besteht :P.

Zumindest einige Videos habe ich nun zusammengesucht um euch einen Eindruck geben zu können, auch so ganz ohne Kamera! Viel Spass dabei!

Chiclete com Banana (die Headliner und bekannteste Band für Axé):

einige andere Gruppen:


und noch mal die Filhos de Gandhy:


ich hoffe das gibt euch einen Eindruck von der Musik – Mädels und co sind natürlich noch nicht dabei… 😉

keine Bilder aber Spass

So, nachdem mir spontan mal am Samstag die Kamera geklaut wurde und die Leute mich wohl eher für einen Schläger hielten, als ich ihn verfolgt habe und anschliessend die Gruppe für ca. 4 Stunden verloren habe – streichen wir den Samstag mal.
Dafür war der Sonntag dann besser, am Strand und anschliessend wieder in der Strasse ;).

Die war diesen Abend ziemlich bevölkert von Ghandis Jüngern – “Filhos de Ghandy”, was ein Bloco war, allerdings gehörte hier zum Outfit eine weisse Tunika mit weissem Frotteeturban und jeder Menge Ketten – jede Kette wird dann normalerweise für ein Küsschen weitergegeben … Die Dinger gibt es nur für Jungs und jede Menge kaufen den Bloco für 100 Euro nur um bessere Chancen bei den Mädels zu haben und gehen gar nicht hin sondern flanieren lieber die Stresse damit entlang … es scheint aber zu klappen :P. Ich bin also auch mit 10 dieser Gestalten durch die Nacht gezogen und hatte meinen Spass – die Umzüge hier dauern echt bis 5 Uhr morgens – einige Trucks fahren auch erst um Mitternacht los. Das ganze Spektakel beginnt aber jeden Tag schon so gegen 2.

Es gibt verschiedene Umzüge, die grossen mit Axé und auch kleinere, persönlichere, wo sogar Capoeira Gruppen mitziehen und zwischendurch ab und zu mal eine Roda abhalten …
Demnächst also wieder mehr, bis dahin …

Salvador, Axé, Kater – Karneval!

Nun bin ich endlich in Salvador und habe schon den ersten Kater, aber dazu später ;).

Zuerst standen mir 28 Stunden Bustour (für ca. 100 Euro) bevor – nachdem am Abend vorher so etwas wie eine Abschiedsparty für die Freiwilligen war, die im nächsten Monat zurück gehen – eigentlich alle ausser mir :(.

Auf jeden Fall dauerte die Party bis ca. 4 Uhr morgens. Nach also ein bisschen Pennen von ca. 5 Stunden ging es Mittags in den Bus – der gleich mal ne Stunde später kam, weil er noch zur Wartung in einer Werkstatt war. Das sollte sich allerdings noch unterwegs fortsetzen, so dass wir einige weitere Stopps hatten und die Fahrt 35 Stunden dauerte und ich ca. 10 Uhr Abends ankam – was natürlich nicht hiess, dass die Party vorbei war – ganz im Gegenteil!

Weil ich später kam, bekam ich zu hören: “Wir gehen direkt, Dusche oder sowat gibbet nich, sondern Party unnd Umzüge bis 5 Uhr morgens. Lass deine Wertsachen im Auto – willste ‘n Bier?”. Das habe ich natürlich gleich angenommen und so ging es zur Parade.
Das ist ein bisschen ähnlich wie in Köln – und doch ganz anders!
Da wären:

1. Die Musik: Axé, sprich Asché, die von der Fröhlichkeit und Dynamik doch dem Samba sehr nahe kommt, aber wir sind hier nicht in Rio, deswegen gibt es auch nicht hauptsächlich (aber vereinzelt doch) Samba, sondern halt Axé. Die Singer stehen auf den Trucks (ähnlich wie bei der Loveparade) und singen und animieren die Menschen. Es gibt berühmte Bands wie “Chiclete com Banana” (“Schikletsch kon Banana”) – Kaugummi mit Banane. 😉

2. Die “Blocos”:
Tanzen kann man auf verschiende Arten: Im Bloco – also direkt am Truck (wo angeblich die süssesten Mädels sind). Dabei ist dann die Eintrittskarte ein Hemd / T-Shirt, das vor Farben nur so explodiert und das typische Bild für den Karneval hier sind. Allerdings sind sie auch entsprechend teuer – 30-300 Euro für 1-3 Tage im Bloco, je nach Gruppe.
Wer nicht im Bloco ist, macht pipoca – Popkorn, bedeutet ungefähr sowas wie Rumhüpfen wie poppendes Popkorn, allerdings in diesem Fall das Stehen am Strassenrand ohne zu Bezahlen – auch so kommt man zu seinem Anteil an Mädels und Party ;).

3. die Temperaturen selbstverständlich 😉

4. neben Axé gibt es auch noch andere Musikarten – je nach Region wird das halt mehr oder weniger gespielt. Es gibt so einige Regionen, die verschiedene Karnevals haben – alle jeweils auf ihre eigene Weise berühmt, wie Rio de Janeiro, Diamantina, São Paulo, Recífe oder halt Salvador um State Bahía ;). Auch elektronische Musik hatten wir gestern – mit einem sehr bekannten DJ aus England – das wirkte dann doch eher wie Loveparade, es ist halt alles im Mix ;).

Heute morgen wachte ich also mit schon dem 1. Kater auf – Bier kostet ca. 80 cent pro 1/2 Liter, selbst auf der Strasse – und bereite mich langsam wieder aufs Ausgehen vor. Ich muss bloss gucken, ob ich noch was von der Stadt sonst zu sehen bekomme – natürlich ist hier Chaos ohne Ende und man kommt ohne eigenes Auto nirgendwo mehr hin! 😛
Sonst muss ich halt noch mal zurück kommen – hätte ich auch nix gegen ;). Wenn ich also nicht wegen der Mädels hier gegen nen Laternenpfahl laufe, dürfte das gut drin sein – am Besten mittendrin! 😉

Soviel heute nach dem 1.Tag, demnächst mehr 😉

Es kommt immer anders, und dann als man denkt …

So, nachdem sich nun noch eine private Herberge in Salvador aufgetan hat und wohl auch ein paar andere Trainees (die ich zwar noch nicht kenne aber hey!) dort hinkommen, habe ich nun die Bustickets in der Tasche – 33 Stunden eine Richtung, wie es scheint wohl planmässig :P). Lassen wir den Rest nun noch mal auf uns zukommen …

Dieses Wochenende geht es also nach Sâo Paulo und mein Bus fährt in 3 Stunden …
Nachdem nun meine Herberge dort kurzfristig (vor einer Stunde) abgesagt hat, musste ich mir hektisch was anderes suchen und habe nun beim MC (dem nationalen AIESEC Vorstand) einen Platz mit Schlafsack auf dem Boden (ich muss ihn mir suchen, aber dann habe ich ihn ^^). Es sind schon 15 Leute im Haus …
Dem Zahn geht es nun wieder besser, nachdem er am Mittwoch doch noch sehr weh getan hat und ich Medikamente genommen habe (wo ich ja sonst immer eher sehr gegen bin). Hoffen wir mal, dass das bis nach dem Karneval hält!
Weil ich einem Mädel auf Facebook geholfen habe mit myAIESEC.net habe ich nun wieder die zukünftige MCVPOGX von Singapur kennen gelernt – man sieht sich dann wohl auch auf dem IC ;).
Die nächste Zeit geht es rund :D.