Zurück

In Tamale wollte ich eigentlich den STC nach Accra nehmen, bloss fuhr der leider zu spät, so
dass ich mit Trotros nach Accra musste.
In Tamale musste ich erst noch 4 1/2 Stunden warten, bevor das Trotro ueberhaupt abgefahren ist. In Kumasi dann um 4 Uhr morgens angekommen, gab es zumindest mitten in der Nacht noch Trotros nach Accra! Hier wieder um 9 Uhr in eins nach Ho und so bin ich nach 20 Stunden in Trotros und 30 Stunden ohne Schlaf endlich in Ho angekommen.
Dort habe ich noch Horace gesehen und bin dann am Freitag mit 26 Kilo Gepäck abgeflogen.
Sie haben fast die ganze Zeit mit Getränke und Essen servieren verbracht – geschlafen habe ich nicht.
In Berlin war ich auf dem Karneval der Kulturen mit meiner Familie und habe zum Abendbrot Koliko mit Piment gegessen. 😛
So, mittlerweile bin ich wieder zurück in Deutschland! Hier erwarten mich meine Brüder,
ab Mittwoch kommt unser Costa Ricaner aus Prag zurück und am Wochenende kommt ein Mexicaner für zwei Wochen und das nachdem wir erst den Geburtstag meines Bruders und schließlich meine Wiederkommensparty gefeiert haben – das Programm geht hier gleich gut weiter!

Rückreise

Nachdem wir mit der Fähre in Yeji angelegt hatten, kamen mir erst einmal Milena und Djenneba
entgegen, die schon vor mir etwas gereist waren. Johannes und ich suchten uns dann noch ein Hotel mit ein paar anderen “Yovos” oder “Obruni”, wie sie hier genannt werden,
die wir auf dem Schiff getroffen hatten. Vor zehn Jahren gab es hier auch mal fließendes Wasser,
jetzt muss alles mit Trotros geholt werde – aber die Betten waren gut!
Am nächsten Morgen ging es in einer Fähre in Form eines Kanus mit ca. 50
Plätzen über den See. Auf der anderen Seite ging es weiter nach Tamale, aber
mit der miesesten Busfahrt meines Lebens! Hinterher hatte man einfach Lust an jemandem
seine Wut auszulassen, was wir natürlich unterlassen haben.

VISA

I spent monday making a lot of phone calls. On tuesday we were supposed to get the VISA.
The officers had said: ” 7 am sharp, but at 7:30 tehy were still in bed themselves. 🙂
Horace arrived at about 8:30 with the car of CdH, his wive Rogate, his son Jaques and a new irish
volunteer who had been waiting in Ghana until the borders openend. Then he came into the
bureau of CdH and was immideatly taken back across the border by Horace :).
Horace also brought his family because they started spying on oppositionals and taking them
out of their houses at night.
He also brought the car but still had to discuss about the road usage fee for about an hour,
since the officers wanted to be bribed with an additional 50%
We were 4 persons on the backseat (the Irish, two immigration officers and me) and were
officially overloaded, but since there were officials in uniform, the police could not do anything
about it :).

To get the VISA we first still had to exchange money, since they did not take any CFA.
But since the exchange course at the bank was too low, we went to the black market (accompanied by
an officer in uniform!) and traded the money there!

After we had solved the VISA question and liberated the officials woth a big bonus
we still bought a cellular card and looked for an accomodation for the volunteers in Ho.
The Irish had already taken his backs and taken off to maybe check in in another 6 or 7 weeks :).

So we went back to Hohoe and continued with a so called “Trotro” (Buschtaxi)
and the other volunteers to Ho and with some the next day to Accra.
Here everybody had to take care of his own flight and planning. You could change your flight
(if you did not have an e-ticket) to KLM since thy are ni an alliance with Air France.
I decided to still take a weeks holiday and now left on friday the 13th how I noticed later!

So the group spilt up one by one and I went with some to Kokrobite, a village at the beach
where they were supposed to have live music every saturday – but they didn’t, since one month every year
they don’t do any music arround accra due to a tradition! We also met some dutch that we had met in
Hohoe (at the waterfall lodge) before. They gave us an introduction to the place :).
Now Johannes and I are on a tour over the volta lake after two days and a fabulous pizza
in Kokrobite. It is so far the biggest lake created by man.

Ausreise

Über Nacht ist das Goetheinstitut in Lomé von Soldaten demoliert
und angezündet worden – dementsprechend wurde es auch für Weiße gefährlich
und wir mußten nach Ghana asureisen (was sich nach längerer Diskussion über
Ghana oder Benin herrausstellte). Die deutsche Botschaft sollte ihr Pendant in Accra anrufen
und dafür sorgen, dass wir an der Grenze Visa bekommen, wo es normalerweise nicht geht.
Hat sie aber nicht!
Der erste Grenzposten hatte kein Telefon, konnte uns aber weiter in Landesinnere zum nächsten
begleiten, wo sie zwar ein Telefon, aber keine Vollmacht zum Visa-Austellen hatten. Dafür
sollten wir nach Ho gehen, was aber nochmal 80km waren. Das wollten aber unsere Fahrer
nicht mehr mitmachen, von denen einer schon seinen Pastis an die Zollbeamten verloren hatte,
nachdem diese das versuchte Schmuggeln aufgedeckt hatten.
Der freundlich Beamte von der Immigration hat versucht für uns ein Auto zu finden, hat aber
bis zum Abend in 5 verschiedenen Dörfern nichts Passendes gefunden. Also haben wir unsere
Pässe bei den Zollbeamten gelassen und sind in unser Nachtquartier gefahren, ein Safarihotel
(“Waterfall Lodge”) unter der Leitung von Deutschen. Die Besitzerin kam sogar aus Neumünster
und ihre Oma wohnt in der selben Straße wie ich :).
Am nächsten Morgen wollte wir dann noch Ho, aber kurz nachdem wir eine Stunde den Bus gesucht
zwei Stunden lang aufgeladen hatten, kamen zwei Beamte der Einwanderungsbehörde
und berichteten von einer weiteren Flüchtlingsgruppe von 850 Togoern, wofür
alle Beamten gebraucht wurden, so dass uns keiner begleiten konnte und wir folglich den Ort nicht
verlassen durften. Es war ein Samstag Morgen, Sonntag war frei, Montag 1.Main, also ein Feiertag,
deshalb mussten wir bis Dienstag warten – solange sollten wir also illegale Einwanderer sein :).
Im Laufe des Tages wurde noch die amerikanische Botschaft auseinander genommen. Horace fuhr
ach Kpalimé zurück. Den Abend haben wir dann in einer anderen Herberge verbracht.
Tagsüber sollten wir immer noch in der “Waterfall Lodge” bleiben, nachts dann dort
übernachten.
Vorher war ich mit der Besitzerin beim Dorfchef, um uns offiziell anzukündigen und für den
nächsten Tag zu fragen, ob wir kostenlos den größten Wasserfall Ghanas (300m hoch)
besuchen könnten, der direkt nebenan lag, aber normalerweise Eintritt kostet – was für eine Touriflucht!
Wir sollten uns dann nocham nächsten Morgen beim Ältestenrat vorstellen (ca. 20 – 30 Leute).
Dort sollte ich dann für die Gruppe sprechen und unsere Lage ein wenig erklären.
Am Ende gab es den obligatorischen Alkohol!
Der Wasserfall war entspannend und erfrischend. Als wir ankamen, schwirrten jede Menge Fledermäuse
über unseren Köpfen – es wurden noch mehr, als jemand auf sie schoß, und auch eine erlegt hat.
Die verkauft er dann später auf dem Markt! Ansonsten war es aber eher ruhig.
Während wir da waren, kamen anscheinend noch 10 Soldaten und haben nach uns
gesucht, aber wir waren gerade nicht da :).
Abends war noch eine Delelgation des Dorfes mit Gastgeschenken da: eine Kiste mit Cola und Getränken,
einen Korb Bananen, einen Korb Orangen und einen mit Kokosnüssen! Uns wurde gesagt, dass
beide Parteien normalerweise Palmwein mitbringen und ihn dann gemeinsam austrinken,
aber so hatten sie ihre Geschenke und wir unseren Palmwein, den sie uns natürlich austrinken
ließen. Die menschliche Wärme und Güte dieser Menschen ist einfach
unbeschreiblich! Sie sahen in uns auch die Möglichkeit, ihre guten Verbindungen zu Deutschland
wieder auzunehmen, da diese hier die ersten Koloknialherren waren und in guter Erinnerung
geblieben sind.

Rückzug

Seit einiger Zeit übernachten wir jetzt in Waisenhaus von Campagne des Hommes, das etwas
außerhalb der Stadt liegt (ca. 6 Kilometer), Demonstrationen der Opposition wohl das Feuer der Soldaten
auf sich ziehen würden. Demonstriert hat bisher nur die RPT (“Freudendemos”),
aber nachts und mittlerweile auch tagsüber sind schon LKWs mit Soldaten in einigen
Vierteln angerollt und haben die Menschen in ihren Häusern zusammengeschlagen.
In einigen angrenzenden Dörfern auf der Straße nach Atakpamé bringt
die Bevölkerung auch schon hinterrücks Soldaten um und bleibt nicht ruhig.
Einige Afrikaner sind auch schon über die grüne Grenze nach Ghana geflohen.
Die Opposition hat mittlerweile die Bekanntgabe der richtigen Wahlergebnisse gefordert, sonst
wollen sie “nicht mehr ruhig bleiben”.
Bob Akitani hat über BBC sich auch schon selbst als Präsidenten ausgerufen, wird
aber von den umliegenden Ländern nicht anerkannt.
Die Franzosen, Deutschen und Libanesen in Lomé wurden mittlerweile unter Polizeischutz in
gesicherte Gegenden gebracht, wo sie auch von Militär bewacht werden. Auch in Lomé
gibt es jeden Tag ca. 10 – 20 Tote.

Erste Tote in Kpalimé

Einen Tag nach der Wahl ist die Polizei allgegenwärtig und schickt ungehalten alle Passanten
auf der Straße nach Hause, da während der Nacht zwei Soldaten auf einem Seitenweg
ermordet wurden.
Die Opposition hat nachts versucht, einen Radiosender zu zerstören, da dort ein Parteiführer
gesagt hatte: “Wer jung ist und nicht RPT wählt, ist verrückt” und auch zuvor
Faure Gnassingbé bei dessen Wahlkampf herzlich empfangen hatte, aber das
Militär hat eingegriffen und auf die Menschen geschossen. Die meisten Verletzungen waren
im Beinbereich, aber im städtischen Krankenhaus wäre der Arzt auch nicht gekommen,
wenn nicht auch einige Soldaten verletzt gewesen wären.
Vor der Präfektur sind auch einige Demonstranten ausgerastet und haben Steine auf die
Soldaten geworfen, woraufhin diese zurückgeschossen haben. Selbst heute morgen konnte
man noch verbrannte Reifen und Steintrümmer überall auf der Straße sehen.
Mittlerweile funktioniert auch das Festnetz nicht mehr. Nur Anrufe aus dem Ausland kommen noch durch,
sonst sagen sie, dass die gewählte Nummer nicht existiert.

Wahlen

Nun also die Wahlen selbst. Es ist klar, dass die Opposition gewonnen hat, in Kpalimé
mit ca. 80%. Die Offiziellen in der Präfektur haben sich erst geweigert, die Ergebnisse
der einzelnen Wahlbüros zu unterschreiben, aber nach einigem Druck der Opposition
haben sie letztendlich nachgegeben. Es ziehen viele Menschen der Opposition durch die
Straßen und versuchen Fälschungen zu verhindern, aber auch um ihre Anspannung
auszuleben. Alle Handynetze sind abgeschaltet und werden dies wohl auch für einige Zeit bleiben.

Wahlkampf

Die Wahlen rücken näher und so geht auch der Wahlkampf in die heiße Phase.
In Lomé demonstriert die Opposition mittlerweile massiv. Einmal ist sie auch mit Demonstranten
der RPT aufeinander gestoßen, dabei gab es dann auch Tote und verletzte. Nach offiziellen Zahlen
sind das 7, nach inoffiziellen (der Opposition) 23.
Die Demonstrationszüge sind mittlerweile Militärgeschützt, damit so etwas möglichst verhindert wird.
Es ist jetzt gar nicht mehr so unwahrscheinlich, dass die Opposition gewinnt und sie hat
angekündigt, alles andere als einen Sieg als Wahlfälschung anzusehen.
Nach der Wahl ist also von der verlierenden Seite mit Unruhen zu rechnen, die Frage ist bloß,
in welchem Ausmaße.
Die Grenzen werden routinemäßig ab dem 22. April geschlossen und nach der Wahl, also
wahrscheinlich am 26. April wieder geöffnet.

Sportturnier, Hühner und Wahlkampf

Ok, mal wieder eine ganze Zeit seit dem letzten Eintrag vergangen!
Das Fußballspiel ist mittlerweile zuende. Hier nochmal eine Übersicht der Spieltage:

1.Spieltag

Der erste Tag in Kpimé verlief ganz gut. Wir hatten viel Publikum, aber leider fing es abends
an zu regnen, so dass wir die Filmvorführung für den Abend abblasen mußten.
Kpimé – Kpalimé FC: 1:0

2.Spieltag

In Yoh war das Interesse weniger, aber wir hatten trotzdem Erfolg und so einige Menschen erreicht.
Die Nummer mit dem Holzpenis zum Kondomaufziehen kam gut an :).
Yoh – Yokelé: 0:1

3.Spieltag

In Kpodzi lief mitten im Spiel ein aufgeregtes Huhn über das Spielfeld, aber die Vorführung unter
den Bäumen des Dorfplatzes verlief ruhig und interessiert.
Kpodzi – Gbalavé: 2:0

4.Spieltag

Da wir auch ein Team der Stadt Kpalimé mit dabei hatten, spielten wir dieses Spiel
im Stadion von Kpalimé. Bei einer Schiedsrichterentscheidung gab es einen Tumult,
der aber wieder unter Kontrolle gebracht wurde. Der plötzlich auftretende Ziegenbock
ist auch wieder von alleine verschwunden :).
Kpalimé FC – Kpimé: 1:1

5.Spieltag

In Yokelé hatten wird die größte Zuschauerschar mit 600 – 700 Personen.
Auch am Abend waren dann noch ca. 400 Interessierte da.
Yokelé – Yoh: 0:2

6.Spieltag

Eigentlich sollte Gbalavé Kpodzi empfangen, aber sie hatten keinen einzigen Quadratmeter
des Spielfeldes gemäht und vorgeschlagen, in einem Nachbardorf zu spielen. Eigentlich
hätten wir sie den Regeln nach disqualifizieren müssen, aber da unser Ziel die
Sensibilisation und nicht der Fußball war, haben wir es nochmal versucht. In dem Nachbardorf
hatte aber keiner nachgefragt und für eine positive Entscheidung blieb nicht genug Zeit. Zudem
hatte Gbalavé als einziges noch nicht Teilnehmergebühr bezahlt.
Wir haben schließlich ausgeschlossen, da uns keine Andere Wahl blieb und sie KEINE EINZIGE ANSTRENGUNG
unternommen hatten – schade eigentlich! Den Abend haben wir aber noch genutzt, um in Kpimé
die Filmvorführung nachzuholen. Der Regen kam diesmal auch, aber erst am Ende, als wir alles wichtige
erledigt hatten.
=>Gewinn durch Disqualifizierung:
Gbalavé – Kpodzi: 0:3

Finale:

Das Finale war wieder im Stadion von Kpalimé. Trotz einigen Chaotischen Phasen verlief
es gut. Nach dem Empfang hinterher bin ich einfach ins Bett gefallen 🙂 An Zuschauern hatten
wir insgesamt so ca. 2000 🙂 Zwischendurch hatten wir auch 2 Interviews im Radio, meist morgens
um 8 Uhr für eine halbe Stunde. War schon interessant, vor 45.000 Menschen zu sprechen 🙂

Links zum Turnier:
erster Spieltag
zweiter Spieltag
dritter Spieltag
vierter Spieltag
fünfter Spieltag
sechster Spieltag
Finale
Andere (Interview im Radio, 2x)

Heute war anscheinend auch Faure Gnassingbé für seinen Wahlkampf in Kpalimé. Es gab auch eine heftige Schlägerei
von Soldaten und Protestanten, aber da er wieder weg ist, wird es sich wohl wieder beruhigen.

DED, Käse und belgische Advokaten

Gestern war ich bei einem Freund aus dem Volleyballteam zu Hause. Er ist mit Hausmeister bzw.
Wächter bei einem Belgier. Dieser ist Anwalt im Ruhestand und lebt jedes Jahr ca 3 Monate hier.
Es hat vorher auch schon für “Anwälte ohne Grenzen” gearbeitet und dabei Westafrika bereist.
Er kam auch hier vorbei, hat sich in Land und Leute verliebt und lebt jetzt immer 3 Monate des Jahres hier.
Er hilft auch der Bevökerung: Die Schulkinder können abends im Haus für die Schule lernen,
weil das Haus eines der wenigen der Nachbarschaft mit Stromanschluss ist – sie kommen teilweise auch um 2 Uhr morgens!
Sie kommen auch oft zum Fernsehen (Satellit) und mittlerweile hat er auch einen Schul- und Lernbereich neben seinem Haus gebaut.
Die Nachbarschaft weiss, dass wenn etwas fehlt, er das Haus für sie schliessen wird, also wird auch nichts
geklaut! Für die Nachbarschaft ist er auch dabei ein Gesundheitszentrum zu finanzieren und die benötigten
Sachen als Spenden herunter zu holen.
Ich habe mich also viel mit dem Belgier unterhalten und dort auch Mittag gegessen. Es gab Salat mit Würstchen!
Hinterher dann noch ein bisschen fern geguckt: Cartoon Network auf Französisch, aber als dann
auch Derrick auf franz kam, musste ich leider wieder los :). – Es war ein interessanter Nachmittag!

Heute habe ich dann einer Dame vom “Deutschen Entwicklungsdienst” (DED)
dabei geholfen einige Dokumente auf Deutsch zu übersetzen (sie ist Belgierin). Sie ist mit einem
Togoer verheiratet und hat auch schon in Benin und im Norden Togos gearbeitet. Als wir ankamen,
war sie noch beim Frühstück und am Ende hat sie mir 4 Stücken Käse geschenkt!
So was bekommt man hier echt nicht oft.
Das Geld für das Fußballprojekt ist auch heute angekommen – erst einmal 1.600 € –
und wurde gleich gezählt,
zum Teil auf die Bank eingezahlt und zusammen mit den bereits getätigten Einkäufen in Lomé
registriert (den letzten Teil durfte als Kassenwart ich dann machen:) ).