Weihnachten und Neujahr

Weihnachten war hier natürlich ein bisschen anders als in Deutschland. Hier war
es eher eine große Fete, wo zwar noch viele in die Kirche gegangen sind, aber es danach
eher Parties gab. Besinnliche Weihnachten sind hier eher seltener.
Campagne hat auch eine Party gemacht, bei der allerdings fast nur Bob Marley und Celine Dion
liefen, also nicht wirklich mein Geschmack. Ansonsten war es leider eine Fete wie all die
andere auch, also nicht Besonderes.
Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich mich dann eher ein bisschen entspannt, aber
Silvester war dann doch wieder lustig. Einige wollten auch noch in die Kirche gehen, waren
dann aber zu spät. So landete letztlich der größte Teil im La Case, wo wir
bis ca. 23 Uhr blieben. Danach ging es wie geplant weiter in die Dachbar, weil wir sehen wollten,
ob es hier auch Raketen gibt. Gab es aber nicht. Ich kam etwas später nach.
Vor meiner Abreise hatte mir ein Togolese gesagt, dass man gute Sachen mitnehmen sollte,
da man öfters mal spontan eingeladen wird. Bisher hatte ich meinen Anzug, den ich daraufhin
mitgebracht hatte, aber noch nicht gebraucht. So habe ich die anderen dann auch ein wenig
überrascht, es war auf jeden fall lustig!
Danach guckten wir noch weiter, ob man irgendwo in der Gegend tanzen konnte. Es gab aber nur eine Bar,
in der etwas los war und dort war die Musik zu laut (zumindest für mich), also bin ich mit
Niklaus und Ursula, zwei neuen Freiwilligen aus der Schweiz, noch in die Kemibar gegangen, wo noch
eine live-Trommelgruppe spielen sollte. Als wir ankamen, war es zwar schon vorbei, wir haben uns aber
noch gut unterhalten und Spaß gehabt. Mal ein gelungener Abend :).

Aneho, Bonzen und Voodoo

Am Montag morgen sind wir dann losgefahren. Wir hatten natürlich mit unserem Bus
erst einmal eine Panne, aber nach ca. 45 Minuten lief das Ganze wieder. Wir mussten erst
Nach Lomé und von da aus noch 30 Kilometer weiter nach Aneho, aber insgesamt waren wir
6 Stunden unterwegs (bis Lomé – 107km entfernt – braucht man sonst nur 2 Stunden).
An dem Abend sind wir dann erst einmal an einem der schönsten Strände Togos baden
gegangen. Es war zwar rechts eine Phosphatpipeline und das Wasser vom Phosphatwaschen
wurde auch ins Meer gespült und links entlehrten sich die Menschen auf den Strand,
aber es war ein gutes Gefühl bei ca. 30 Grad Wassertemperatur und 3 Meter hohen Wellen
baden zu gehen. Fühlt sich irgendwie nicht richtig wie Weihnachten an.
Aneho ist hier so etwas wie die Bonzenregion Togos. Die eine Seite ist komplett mit
Luxusvillen gepflastert und da wir von einem Mitglied von Campagne eine Telefonnummer
von einem Haushälter hier bekommen hatten, haben wir für 1500 CFA pro Nacht
(2,5 €) im Gästezimmer einer der Villas übernachtet. Es gab ein BD,
Dusche mit Brause einen großen Garten und eine richtige Matratze! …einfach traumhaft!
Am Dienstag sind wir in der Stadt rumgelaufen (unter Anleitung des Haushälters) und haben die
älteste Kirche Togos sowie die Grenze zu Benin gesehen. Das Voodoofestival, das eigentlich
laut Reiseführer stattfinden sollte, war schon den vorherigen Dienstag gewesen.
Da müssen wir wohl am 10. Januar nach Benin, um uns dort dann gleich das Große
anzugucken. 😉
Am Mittwoch dann gleich wieder zurück mit Pizzastopp in Lomé und Visa abholen für
andere Freiwillige. Der Visabeamte war ziemlich mies drauf! Am Abend konnte man dann wieder gut
im Case entspannen :).

Heute ist dann Weihnachten und wir feiern hier bei Campagne eine Party bis in die
frühen Morgenstunden, also nichts mit Besinnlichkeit und Co. Das gibt es vielleicht
noch in den Familien am 25. – wir werden sehen.

Volleyball, Folklore und Peacecorps

Am Samstag morgen hatte mein Volleyballverein seine “Jahresendfeier”. Dafür haben wir
erst einmal den Platz saubergemacht. Das hieß, mit Macheten das Gras am Betonboden abzuschneiden und
das Ganze nachher mit zusammengebundenen Reisigbündeln zusammenzufegen. Es hat auch schon ein bißchen
Spaß gemacht, wie so ziemlich alles, solange man es mit den richtigen Leuten macht. Dann ging es ans Spielen.
Es gab erst gemischte Mannschaften, Anfänger und Fortgeschrittene, aber nach einiger Zeit wurde so ziemlich
fast alles ausgetauscht – außer mir. Dann fiel ihnen anscheinend auf, dass es mir auch keinen Spaß macht,
bei den ganzen Kleinen mitzuspielen, und tauschten mich auch aus. Wir kamen dann später noch einmal dran, aber
man sieht wieder einmal die Bevorzugung von Weißen. Am Ende ging es dann mit Essen, Trinken und Reden los – ich
musste auch eine aus dem Stehgreif halten, was ich dann natürlich kurz gehalten habe (das Übliche: vielen Dank, dass
ich mitspielen darf, frohes Neues) :). Nach ca. einer 3/4 Stunde musste ich dann aber schon wieder gehen. Ich wollte noch
mit einem Freund (Michael) zum Voodoofestival nach Aneho, aber er hatte Malaria, und so mussten wir seinen Gesundheitszustand beachten.
Wir haben letztendlich die Abfahrt dann für morgen früh festgelegt, weil er auf jeden Fall gehen will und das Fest selbst
am Dienstag stattfindet.
So hatte ich dann noch Zeit für das Folklorefestival einer anderen Organisation (“Vivre Mieux “), bei der auch
Jia arbeitet, die uns eingeladen hatte. Es war ein Festival zur Aufklärung über AIDS, und es waren auch
lustige Schauspiele dabei, so z.B. eine Demonstration mit einem Dildo, oder die Darstellung von Geschlechtsverkehr auf der Bühne.
Man musste also nicht viel Ewe verstehen, um das Fest interessant zu finden. 🙂
Mit Jia und ihren Freund, der gerade da war und bei Peacecorps arbeitet (einer amerikanischen Austauschorganisation, die Freiwillige für
2 Jahre aussendet), bin ich dann noch in der Crémerie Eis essen gegangen (Spaghetti und Crêpes waren auch dabei)
und hinterher noch mit Mathew (ihrem Freund) ins Internetcafé gegangen.

Heute morgen bin ich dann um 11:30 aufgestanden (es war schließlich ein Sonntag) und habe um 12:30 auch schon
eine Anfrage zum Mittagessen gehabt, was ich dann mit Mathew und Jia wieder in der Crémerie hatte :). Im Anschluß
haben wir Mathew zum Bus gebracht, da er wieder los musste, und sind auf dem Rückweg zusammen mit Gregory (einem anderen
Freiwilligen von Campagne) wieder in einer Bar gelandet. Davon ging es dann direkt zum Abendbrotessen :). Auf das
“La Case ” hatte ich dann diesen Abend keine Lust mehr, außerdem wollen wir morgen um 9 Uhr losfahren, mal sehen, ob es klappt.

Bondparty und Millionenbeträge

Da ich über das verlängerte Wochenende verreisen möchte, war ich gestern bei der Bank, um etwas Geld
abzuheben, aber die “Weihnachtsüberweisungen” haben anscheinend gerade angefangen, weshalb ich “etwas
länger” warten musste. Die Togoer sind zu 90% schlecht im Rechnen (Erfahrungswert) und der Kunde vor mir hatte
2000€ / 1.352.272 CFA geschickt bekommen, die er erst einmal zählen musste! (die größten Scheine hier sind 10.000er).
Dann kam der Zweite, der aus Belgien 88 € bekam(?). Nach ca. 45 Minuten kam ich dann dran und war froh, dass ich nicht lange hatte
warten müssen.

Hier gibt es auch eine Zigarettenmarke, die Bond heißt, und die hat gestern in einer Bar in der Gegend eine
kostenlose Promoparty veranstaltet. Es gab natürlich auch einige Sachen zu gewinnen. Ich hatte ungefähr
20 Sekunden getanzt, als ich auch schon eine Uhr mehr um den Arm hatte und die Qualität davon ist auch nicht
all zu schlecht (Timex), jetzt muss ich nur noch die Batterie wechseln ;).
Es gab auch einen richtigen DJ, deshalb hat die Party auch wieder richtig Spaß gemacht. Die bisherigen hatten
kein Musikgespühr (meiner Meinung nach) und auch nicht die richtige Musik. Diesmal ging es von “Carneval de
Paris” über Bob Marley hin zu “Aqua” (!), aber eher die Tanzversionen der Lieder (sonst spielen die
hier fast ausschliesslich Bob Marley).
Ich habe auch zwei Franzosen getroffen, die durch verschiedene Dörfer reisen, die sie sich vorher ausgesucht haben (von
Frankreich aus) und ihnen neue Anbaumethoden beibringen. Das Dorfleben ist schon etwas anders und so hat einer von ihnen auch
schon Katze gegessen. Er erinnerte mich vom Aussehen her an den Frontsänger von “System of a Down” :).
Es gab auch verschiedene Gewinnspiele auf der Bühne und Palino, ein Freund von mir, war auch dabei. Es ging darum sich möglichst
schnell an die Ohren, an die Brust und an die Nase zu fassen, leider schied er schon bei der ersten Runde aus, aber es sah witzig aus.
Später gab es dann noch Baguette- und Biervernichtungswettbewerbe auf der Bühne, aber da war ich schon im Gehen.
Gekommen war ich zu dem Abend überhaupt erst, weil “meine” Trommelgruppe dort einen Auftritt hatte. Sie sagten mir ich
solle meine Djembe mitbringen und mitspielen, was ich dann auch tat. Das Kostüm war vielleicht ein bisschen klein, aber es war witzig :).
Im ganzen war es also ein ziemlich gelungener Abend :).

Trommeln und Sonnentränen

Der Kneipenbrand ist mittlerweile schon eine Zeit her, aber es riecht immer noch ein bisschen nach Rauch,
wenn man an der Bar vorbei kommt.
Und das nächste Projekt steht ins Haus, diesmal das Anfragen bei deutschen Baufirmen, ob sie hier unten
Material deponieren wollen, weil der Staat seit 10 Jahren zu seinen Aufträgen nicht mehr die Maschinen
stellt und seit dem nur noch ein kleiner Teil der nötigen Straßenbauarbeiten realisiert werden.
Wenn jemand Ideen oder Sponsorenvorschläge hat, her damit ! 🙂

Gestern war ich mit Michael abends wieder in der Bar ohne Dach :). Diesmal war aber auch die Gruppe da,
in der ich sonst immer trommle, war schon interessant, die oben auf einem Dach spielen und tanzen zu sehen!
Es war auch noch eine Gruppe von Finnen da, die gerade eine kleine Tour von Benin aus machten, wo sie für
zwei bzw. drei Monate Kunstprojekte durchführen. Es waren eine Fotografin, ein Bildhauer, der auch Fussballtrainer war,
eine Malerin, eine Musiklehrerin und eine, die alles macht, was übrigbleibt :). Es war noch ein nettes Gespäch,
bis ich um 23 Uhr gehen wollte. Ich ging nach unten, aber dort fing gerade ein Film an, wie es ihn hier in den Bars abends
teilweise öfters gibt. Es sitzen dann einige Unbekannte mit um den Fernseher herum und gucken bis weit nach Mitternacht.
Diesen Abend war es “Tränen der Sonne”, der unter anderem über Flüchtlinge in Nigeria erzählt und
auch andeutet und zeigt, was die ethnischen Säuberungen und jeweiligen Überfälle für folgen haben. Das ganze
war natürlich in Hollywoodmanier, aber es hat mich doch den ganzen Abend an die Elfenbeinküste erinnert, wo so etwas
auch jetzt noch passiert und es nicht immer ein Happy End gibt! Um 1 Uhr 30 bin ich dann nach Hause gegangen und hatte zum ersten
Mal einen Film komplett in Französisch geguckt und auch den grösten Teil verstanden!

Kneipentour und Kneipenbrand

Am Samstag Abend waren wir noch ein bisschen unterwegs um Kneipen auszutesten, letztendlich blieb es
aber bei einer Einzigen. Das war eine Bar auf dem Dach einer anderen, aber insgesamt im 3. Stock. Deshalb
war die Musik nicht so laut wie in den meisten anderen Bars – man konnte sich also noch unterhalten und man
saß auch unter dem freien Sternenhimmel. In der Nähe zog noch ein Gewitter vorbei, von dem man die
Blitze sah und auch ein paar Tropfen herüber kamen, aber nie so viele, dass man Schutz suchen müssen.
Es war alles in allem eine geniale Nacht. Als ich mich dann auf dem Heimweg noch mit Falk verquatscht hatte, sind wir
schließlich um 3 Uhr ins Bett gegangen.

Falk ist aber um 4 Uhr schon wieder aufgestanden, weil es auf einmal ziemlich warm in seinem Zimmer wurde.
Hell war es auch und nach kurzer Zeit stand fest, dass bei der Kneipe direkt nebenan gerade das Strohdach abfackelte!
Es war die halbe Nachbarschaft mit Löschen beschäftigt (ich nicht, da ich zu weit weg wohne) und hat noch gerettet,
was zu retten war.
Für den nächsten Tag war auch noch eine Hochzeit in der Bar geplant gewesen, die dann kurzerhand im “La Case”
abgehalten wurde (nur die Feier, nicht die Zeremonie). Es wurde ziemlich eng, da doch schon ein großer Platzunterschied
bestand, aber die Leute schienen ihren Spaß zu haben.
Im Laufe des Tages stellte sich noch herraus, dass es insgesamt 3 Feuer gewesen waren, die über die gesamte Nachbarschaft verteilt
waren. Zumindest zwei, wahrscheinlich aber alle drei waren Brandstiftung gewesen. Bei dem Polizeiapparat hier ist aber nicht zu erwarten,
dass der Fall weiter untersucht wird. Wir sind schließlich immer noch in Togo!

Pfadfinder, nochmal Kanada und ein Tisch

Vor einiger Zeit hatte ich gehört, dass es hier auch Pfadfinder gäbe, die ich natürlich sofort einmal
besuchen wollte. Der Vater von einem der Mitglieder von CdH ist der Chef für eine der 5 großen Regionen
von Togo; den habe ich diese Woche getroffen und ein bißchen mit ihm geredet. Er war auch schon in Deutschland
(1989) und hat mir davon Fotos gezeigt. Auch welche vom Hamburger Hafen, da bekommt man doch gleich wieder Heimatgefühle!
Er hat mir gesagt, wann hier immer Pfadfindertreffen sind und jetzt werde ich wohl mal zu einem dazu stoßen.

Ich lerne auch ständig neue Menschen kennen, die teils aus Togo, teils aus dem Rest der Welt kommen.
So z.B. eine Kanadierin, die dort aber erst seit sie 13. Lebensjahr ist lebt. Geboren ist sie in China, dort geblieben,
bis sie 6 war, dann nach Deutschland ausgewandert. Sie hatten erst noch überlegt zurück zu gehen, aber dann gab es
das Massaker auf dem Platz des Friedens und sie sind lieber nach Kanada ausgewandert. So kann ich auch mal wieder
Englisch sprechen. 🙂 Sie macht auch für eine andere NRO die Webseite, da haben wir schon einiges,
worüber wir reden können 🙂 Ihr Chef ist auch gleichzeitig ein Mitglied des “Vereinte Nationen Entwicklungsprogramms”
und macht seine Organisation hobbymässig zusammen mit seiner Frau.

Mittlerweile habe ich mir auch einen neue Tisch für mein Zimmer geholt, das jetzt doch um einiges ordentlicher aussieht.
Jetzt finde ich auch meine Sachen wieder, die vorher auf einem kleinen Tisch verschütt gegangen waren, weil es außer diesem
Tisch einfach nichts gab als den Boden. Der neue Tisch ist jetzt 2 Meter mal 72 cm und sieht noch ganz gut aus, mal gucken wie lange das Holz hält :).

Mittlerweile gibt es hier schon ziemlich Wetteranomalien, die Einheimischen meinen, dass es noch nie während des Harmattans so viel geregnet hat,
sondern eher gar nicht. Mal gucken wie es sich entwickelt!

Typhoides Fieber, Abschiedsparties, Kanada und Lomé

OK, lange nichts geschrieben, dementsprechend viel passiert!
Mittlerweile habe ich mir auch eine Djembe bestellt und sie auch bekommen, bloss leider hatte ich noch nicht die
Zeit, sie auszuprobieren, denn seit ich mich bei dem Ausflug ein bißchen unterkühlt hatte, hatte ich
öfters Schüttelfrostanfälle, und zwar immer alle drei Tage. Beim ersten Mal untersuchen am nächsten Morgen haben sie nichts
gefunden, aber als ich mich beim zweiten Mal direkt mit den Symptomen in Beobachtung begeben habe, haben sie dann
typhoides Fieber festgestellt. Das ist zwar nicht Typhus, weil ich dagegen geimpft bin, aber eine Vorstufe davon.
Eine andere Freiwillige hatte es auch, aber hier hat fast jeder für die selbe Krankheit jeweils andere Symptome.
Ich wurde drei Tage im Krankenhaus stationär behandelt, und habe deshalb leider die Abschiedsparty von Tine verpasst,
die mittlerweile auch schon wieder abgereist ist. Julia, wieder eine andere Freiwillige hat kurzfristig ihren Aufenthalt verkürzt,
von 6 auf 3 Monate, und ist deshalb auch mit Tine geflogen. Zumindest hatte ich danach noch eine Wochen, um Sachen mit ihnen zusammen zu unternehmen.
Wenn ich zurück nach Berlin zum Nachbereitungsseminar, muss ich auch noch zwei Tage warten, weil sich der Flug nicht weiter nach hinten schieben
ließ; die werde ich dann wohl mit Tine zusammen verbringen, wie auch mit einigen anderen Freiwilligen, da hier doch so einige aus Berlin kommen!

Am Freitag haben die Schnitzer und einige andere Mitarbeiter von “Campagne des Hommes” dann einen afrikanischen Abend vorbereitet, der uns die
Eigenarten und Besonderheiten der afrikanischen Kultur näherbringen sollte. Das hat eigentlich auch ganz gut geklappt. Die erste Besonderheit an der
afrikanischen Kulur ist, dass nichts dann anfängt bzw. stattfindet, wann es soll, so auch hier. Nachdem wir eine 3/4 Stunde gewartet hatten, fing es dann
aber an und es war ein doch ganz schöner Abend mit durchlaufendem Programm. Das Ganze hat von 8 bis Mitternacht bzw. 2 / halb 3 gedauert.
Es war gleichzeitig auch der letzte Abend von Tine und Julia, die am nächsten Tag geflogen sind. Abschied fällt meist schwer, wenn man Menschen gut kennt…

Heute waren wir dann in Lomé – Falk, Konny, Petra, Abalo und ich. Die Anderen, um ihr Visum zu verlängern (außer Abalo, der ja gebürtiger Togolese ist)
und ein bisschen einzukaufen, ich primär um mir eine Mütze zu kaufen, da meine Haare mittlerweile doch schon ein bißchen länger geworden sind :).
Das mit der Mütze hat auch ganz gut geklappt. Erst wollten sie mir sagen, dass, wenn ich eine größere Mütze als die Vorhandenen haben wolle,
müsse ich Diese bestellen und später wiederkommen. Da ich aber keine Zeit hatte, haben sie bei einer Bestehenden noch drei Reihen dran genäht –
mehr bezahlt habe ich trotzdem nicht.
Vorher waren wir aber noch Pizza essen – Zwiebeln und Ei – das hat auch mal wieder Not getan!
Als ich den Anderen morgens noch beim Beantragen der Visas geholfen habe, habe ich auch eine Amerikanerin getroffen, die die Visa für sich und noch drei andere Freunde
mitnehmen wollte. Da sie nicht genug Französich sprach, habe ich ihr geholfen.
Falk, Abalo, Petra und Konny waren mit zwei Motos nach Lomé gekommen, ich wegen Platzmangel mit dem Taxi. Deswegen habe ich mir von der Visumsbehörde zum Einkaufen
auch noch ein Taxi mit den Amerikanern geteilt (es waren übrigens zwei aus den USA und zwei aus Kanada, die alle in Ghana studieren) und sie zum großen Markt begleitet.
Mehr Zeit hatte ich leider nicht, da ich wieder mit den Anderen verabredet war, aber ich habe prompt eine Einladung nach Kanada und in die USA bekommen, das ist doch auch schon mal was :).

Ausflug

Am Wochenende haben wir mal wieder einen kleinen privaten Ausflug gemacht, diesmal zu einem Wasserfall in der Nähe (30km von hier).
Einige von uns waren schon das letzte Mal dagewesen und einige ansässige “Fremdenführer” die einfach mitgehen, ohne gefragt zu werden und hinterher Geld fordern, wollten auch dieses Mal
ihren Teil haben. Beim letzten Mal hatten sie erst gesagt, dass es 500 für alle sei, was noch fast in Ordnung klnag, aber am Ende wollten sie 1000 CFA pro Person.
Diesmal sind sie dann wieder mitgegangen, auch wenn wir ihnen gesagt haben, dass wir sie nicht brauchen. Als es Streit gab, haben wir die Diskussion ans Ende verschoben und Abalo (einer der Mitbewohner von Tine und Falk)
hat ihnen letzendlich noch 500 gegeben. Sie wollten aber auch immer nur Geld haben, wenn Weiße dabei sind!
Der Wasserfall selbst war nicht so berauschend, eher ein Fels, wo ein Rinnsahl runterläft, aber wir haben das Beste daraus gemacht, Musik gehöhrt und Ananas und Crêpes gegessen, die wir voher noch gemacht hatten.
Zum Schluss fing es dann noch an zu Regnen, aber gleich in der Nähe war noch eine kleine Höhle, wo auch gebetet wurde, da dort ein Teppich und Kerzen waren, aber nicht als wir da waren. Wir haben uns dort auf jeden Fall untergestellt und
abgewartet, bis der Regen ein bisschen weniger wurde, und sind dann Richtung Taxi zurückgegangen. Dort hat es dann wieder geregnet und das Taxi war zu spät, aber Alles in Allem war es doch ein schöner Ausflug.

Trommelgruppe und Mondfinsternis

Es ist mal wieder einiges passiert. Das Erste ist eine Mondfinsternis, die man nachts um 2 gesehen hat (Falk und ich hatten mal Bock, nachts zu arbeiten).
Falk hat auch gleich einige Fotos gemacht, die wohl auch noch online kommen! Es ging alles nur über ein paar Minuten, aber es war eine totale Mondfinsternis; wann
bekommt man sowas schon mal zu Gesicht, und dazu auch noch unangekündigt!
Das Zweite ist die Trommelgruppe. Einer der Mitglieder einer lokalen Trommelgruppe gibt auch Trommelunterricht für Weiße, wo ich bei Tine einmal mitgegangen bin.
Sie meinten, ich könnte gut spielen, und sollte doch mal am nächsten Tag wiederkommen, denn da würden sie auch wieder spielen.
Das habe ich dann auch getan, aber ich wusste nicht, dass es ein Auftritt war! Sie liessen mich aber trotzdem mitspielen, erst an der Glocke, aber dann haben mich Abdul und Kossi,
die Leiter der Gruppe an die Jembe geholt. Ich fühlte mich doch sehr geehrt! So haben wir dann erst eine Stunde lang gespielt und der Tanzteil der Gruppe hat eine Aufführung gemacht.
Danach waren dann die Gäste dran: es war eine internationale Gruppe aus Franzosen, Portugiesen und Spaniern, die an einem Tanzpraktikum Lomé teilnahmen. Die sind dann auch noch eine halbe
Stunde lang abgegangen und sie hatten doch schon einiges gelernt, es sah echt gut aus!
Nach 1 1/2 Stunden sind wir (die Gruppe und ich) dann noch zwei Auftrittskostüme bestellen gegangen, wodurch man auch noch einmal einen tieferen Einblick in die Gruppe bekam.
Für meine Djembe haben sie mir auch einen guten Preis gemacht und ich werde wohl noch das Motif wählen und die Holzart, aber dann kann es losgehen. Die anderen Djemben sind mir bisher zu klein,
so dass ich bei einem Rimshot (Schlag auf den Rand) immer noch mit den Knochen auf die Kante komme, was eigentlich nicht passieren sollte, aber dem wird ja nun Abhilfe geschaffen!