19.08.04

Mittlerweile steht es fest:
Malaria und Amoeben, es geht mir aber schon besser, mal sehen wie lange ich die Medikamente noch nehmen soll.Es geht mir besser als bei einer ErkÀltung, aber ab und zu wird mir ein bisschen schwindelig und ich habe ein bisschen schwache Bauchschmerzen.
Nachdem ich meine Symptome geschildert habe, geht eine andere Freiwillige nun auch mal zur Untersuchung. 😉
Nachts bin ich nun meist hier in KpalimĂ©, nur zur Sicherheit, nur schade, dass ich dabei einen Teil im Camp verpasse, aber momentan mĂŒsste ich sowieso nur Tests beaufsichtigen. 🙂

16.08.04

Heute geht es mir nicht gaz so gut, ein bisschen Durchfall, aber ab und zu ist das hier auch mal normal. Wir werden sehen.

Mir fiel letztens noch etwas ein, was ich fast vergessen hatte:
Wir sollten schon lange zum Dorfchef von dem Dörfchen, in dem wir unser Camp haben, weil wir zumindest einmal offiziell unsere Aufwartung machen mussten.
Das erste Mal sind wir hin gegangen und wie die 3 Male davor war er natĂŒrlich nicht da.
So auch beim zweiten Mal.
Beim dritten Mal hatten wir vorher eine Jazzgruppe bei uns gehabt, die fĂŒr die Kinder gespielt hat. Als Dankeschön haben wir ihnen eine Flasche Sodabi gegeben (Togoischer Palmenschnaps), die diese natĂŒrlich sofort anbrechen und mit uns lehren mussten. Alkohol ist eigentlich nicht wirklich mein Fall, vor allem kein Schnaps. Ich habe also den Chef von unserem Camp gefragt, ob ich wirklich muss und er sagte: “Du trinkst jetzt einen!” Damit war der Anfang getan.
Ich habe jetzt nicht viel Schnaps weiter getrunken, aber erstens haben die MĂ€dchen ihre GlĂ€ser auf die HĂ€lfte herunterhandeln können, – ich hatte nicht wirklich die Wahl, bei mir (als Mann) haben sie das Glas kurz zum Überlaufen gebracht und ich durfte dann nichts verschĂŒtten.
Wir mussten auf jeden Fall noch den Dorfchef besuchen, und er war wirklich auch mal da! Vorher wurden wir immer abgewimmelt: der Chef ist gerade am Schlafen (höflich fĂŒr besoffen), gerade unter der Dusche, oder gerade von einer Reise zurĂŒckgekommen. Auf jeden Fall war er jetzt da, und da es in diesem Land erstens die Gastfreundschaft gebietet und er zweitens seine Fahne ĂŒberdecken wollte mussten wir auch bei ihm einen mit trinken. Ich dachte schon: Ok, ich wollte heute abend eigentlich noch etwas mit den Kindern machen, das hat sich dann wohl erledigt! -Dann kam Runde Nr. 2!
Wieder natĂŒrlich alles volle GlĂ€ser und ich sage mal ich habe den Abend gut geschlafen, ich weiss auch noch wie ich zum Bett gekommen bin, aber nochmal brauche ich das nicht. Muss bestimmt auch einen guten Eindruck auf die Kinder gemacht haben, dass sĂ€mtliche Betreuer mit einer Fahne und gut schwankend zurĂŒckkamen.
Die Togoer brauchen noch weniger, um besoffen zu werden!

Soviel zu der Erinnerung, heute wurde ich um vier Uhr morgens geweckt, weil die Kirchenglocken gelÀutet haben! Die Àlteren Leute gehen auch morgens zur Kirche in diesem Lande! Wir waren bloss auch noch nahe genug an der Kirche dran, dass wir das gesamte Orgelspiel gehöhrt haben und da die Glocken sÀcken sÀmtlich HÀhne in der Umgebung geweckt hatten, kam man nicht mehr wirklich zum Schlafen!
Schade eigentlich!

14.08.04

Und wieder eine weniger, heute ist wieder ein MĂ€del gefahren, fĂŒr die und noch zwei andere MĂ€dchen, die am Dienstag fahren haben wir gestern noch eine Abschlussparty geschmissen und dafĂŒr vom Camp zwei Tage frei bekommen, so konnte ich auch mal wieder WĂ€sche waschen und ausschlafen. Noch eine Woche, dann ist das Camp vorbei, aber erst einmal muss ich langsam wieder hin…

10.08.04

Mal wieder eine kleine Auszeit.
Mittlerweile kriege ich auch wieder genug Schlaf, die Kinder sind schon gut ausgelaugt, nachdem wir dem Animator vorgeschlagen haben, dass er jeden Abend mit den Kindern ein bisschen Sport machen soll; jetzt ist auch frĂŒher Ruhe! Wir stehen jetzt auch erst um sieben Uhr auf, weil wir sonst immer nur warten. Wir, das sind die Jungs, in einem Haus abseits schlafen, wo man das Kindergeschrei nicht hört. Man fĂŒhlt sich morgens dann immer schon viel besser.
Die Kinder sprechen mich jetzt oft mit “Herr Direktor” an, aber eher scherzhaft.
Heute morgen hatte ich dann die erste Besprechung vom “Centre Culturel”. Es waren 7 Leute anwesend, darunter 4 Leute von “Campagne des Hommes”, ein Abgeordneter des Kultusministeriums, einer des Bildungs- und Sportmininsteriums und einer des Ministeriums fĂŒr Jugend.
Ich bin der Assistent von einem der Mitarbeiter von “Campagne”; der hatte mir gesagt die Besprechung dauert höchstens 2 Stunden, aber wir waren erst nach 3 Stunden fertig. Einige meiner VorschlĂ€ge wurden aber auch schon ĂŒbernommen. 🙂

07.08.04

So, das Camp hat angefangen und ich habe mir mal einen Tag frei genommen, genung Schlaf kriege ich da irgendwie nicht. Das Programm geht morgens um 5 los, aber FrĂŒhstĂŒck ist erst um ca. 7 Uhr ;). Das Programm dauert abends offiziell bis 10:30, aber endet anscheinend doch oft frĂŒher. Schlafen tun wir teilweise auf Strohmatten, teilweise auf Matratzen aber die die MĂ€dels haben die meisten Betten gekriegt :). Es ist im Tagesprogramm auch eine Mittagspause eingeplant, aber wenn ich mich hier hinlege schreien die Kinder immer noch und mein Kreislauf ist hinterher so runtergefahren, dass ich fĂŒr den Rest des Tages mĂŒde bin…erfĂŒllt also auch nicht seinen Zweck. Den anderen Frewilligen geht es aber genau so.
Ich hatte mir erst mit einem anderen Leiter eine Matratze geteilt, aber als ich dann nachts aufgewacht bin waren meine Beine zwischen seinen, da habe ich die SchlafstÀtte gewechselt. Im Essen hier ist leider doch oft Fisch drin, wobei die Fische hier meist ganz reinkommen, ungeschnitten und mit Kopf, da habe ich mich dann doch lieber als Vegetarier angemeldet.
Gleich am ersten Tag hatten wir eine Besprechung wo der Leiter des Camps erstmal einige Aufgaben delegiert hat. Da der Leiter aber einer ist mit dem ich spĂ€ter das BĂŒro ĂŒbernehmen soll, hat er mich erst einmal zum Schuldirektor ernannt, ich sollte die StundenplĂ€ne machen und neue SchĂŒler einschreiben; dabei hatte ich aber zum GlĂŒck einige Hilfe, da die Namen hier doch alle etwas anders sind und man sie oft falsch versteht.
ZusĂ€tzlich dazu bin ich dann auch noch Englischlehrer, die erste Stunde hatte ich zum GlĂŒck ein Buch, was die meisten anderen nicht hatten, aber von der Geschichte die ich eigentlich dran nehmen wollte mussten wir die SĂ€tze dann doch einzeln ĂŒbersetzen, was fĂŒr drei SĂ€tze eine Stunde gedauert hat. Es sind aber zum GmĂŒck nur fĂŒnf SchĂŒler, also nicht allzuviele Leute die alle mal dran kommen mĂŒssen. Jetzt habe ich auch einen Assistenten bekommen, der normalerweise Englischlehrer ist, aber wie der einige Wörter ausspricht können die mich ja gar nicht verstehen ;). Das Camp ist sowas wie Nachhilfe in den Ferien zusammen mit Ferienlager, eigentlich eine nette Idee.
Heute Nachmittag gibt es dann noch eine Schnitzeljagd anstatt eines Ausfluges, weil uns deutschen das ganze noch eingefallen war; eigentlich war ein Ausflug geplant gewesen, von dem aber auch noch keiner eine Ahnung hatte wo der hingehen sollte.

Das Camp geht ĂŒber drei Wochen, mal sehen was danach kommt, auf jeden Fall wird es mich gut auslaugen. Bis dahin bin ich auf jeden Fall viel am Lesen, weil ich zu ausgelaugt bin um etwas mit den Kindern zu machen, was eigentlich schade ist.

01.08.04

Mittlerweile ist hier schon wieder die nĂ€chste “Volunteerin” angekommen und bleibt fĂŒr 6 Monate. Ein Gegentrend zu der hier stĂ€ndig abnehmenden weissen Bevölkerung. Es gibt hier in der Stadt aber auch viele andere Weisse. “Peacecorps” scheint auch einige Freiwillige hierher zu schicken, die kriegen dann hier ihr ihre Vorbereitung und werden dann ĂŒber das ganze Land verteilt. Es gibt hier aber auch einige Touris, deshalb sind hier Weiße nicht so ganz selten, aber ab und zu hört man doch noch ein “Yovo, Yovo” was hier halt die Weissen bezeichnet. Viele der Farbigen sind hier ziemlich freundlich aber bei einigen steckt nicht viel dahinter und sie sagen dann gleich: “Du kannst mir dann ja Deutsch beibringen” und sind nicht wirklich an der Person interessiert, aber die MĂ€dchen sind teilweise dann noch schlimmer dran wenn die MĂ€nner nach spĂ€testens einer Stunde fast immer fragen:”Willst du mich heiraten?”
Morgen geht es dann in das Workcamp, das ungefÀhr drei Wochen dauern wird.

31.07.04

Mittlerweile werden wir hier immer weniger. Die alten Volunteers gehen so nach und nach; die nĂ€chsten sind am 14. und 17. August dran, die Neuen kommen wohl erst Mitte bis Ende August. z.Z. sind wir noch 9 aber feiern können wir immer noch gut. 🙂
Heute habe ich mir auch neue Klamotten gekauft, gleich einen ganzen Anzug, ich sollte wirklich mal ein InternecafĂ© finden, das die Fotos schnell genug hochladen kann. 🙂

27.07.04

Mittlerweile bin ich 2 volle Tage hier, habe mich einigermassen mit der Tastatur auseinandergesetzt und fange morgen auf dem Feld an zu arbeiten um einfach mal reinzuschauen, wie es da aussieht.

Der EwĂ©unterricht ist lustig; wir machen ihn zu dritt und fragen immer Sachen, die noch gar nicht dran sind. Die ganze Zeit ĂŒber hört man von draussen Trommeln oder Reggae, was eher ein bisschen entspannt und nicht wirklich nervt. Unser Lehrer ist auch ziemlich witzig drauf und wir sagen ihm dann immer was die Sachen auf Deutsch bedeuten.

Mosquitos sind schon eine Plage, aber sie sind meist nur in der DĂ€mmerung aktiv und dann muss man sich ein bisschen einschmieren, aber halt nicht den ganzen Tag. Autan wirkt auch gegen afrikanische “MĂŒcken”.

Man hat hier immer viel Zeit und kann immer mal in die Stadt gehen und sich auf dem Markt umgucken. Eine 0,6 Cola kostet hier 350 CFA, also ca. 40 Cent, Wodka kostet 75 CFA pro Liter 🙂 keine Angst, ich nutze das schon nicht aus.

Es ist nicht wirklich ein Problem ohne Decke zu schlafen, eher angenehmer, deswegen mache ich es einfach 😉 ist nur Umgewöhnungssache. Das Bett ist nur zu kurz, und ich stosse fast immer an beiden Seiten gegen das Mosquitonetz, deswegen muss ich immer Socken abends anziehen. 😉
Man kommt hier viel zum lesen und draussen lÀuft meistens Musik, Reggae oder Trommeln, aber ab und zu brauch man auch mal was anderes.

So Leute , mittlerweile bin ich in Togo und muss mich hier mit einer *zensiert*
Tastatur auseinandersetzen, aber das wird schon noch. Mein Projekt steht zwar
noch nicht fest, aber das kommt in zwei wochen, solange lernen wir dann noch
ewe, eine der Landesprachen, bei der ein Wort verschieden ausgesprochen
verschiedene Bedeutungen hat.
Gestern hatten wir noch eine
Party, weil zwei andere AustauschschuelerdemnĂ€chst abfliegen; fĂŒr uns war es ein
netter Empfang.
Der Flug war lang, flog auch noch verspÀtet ab, war aber sonst interessant.
Wir hatten 4 Stunden Aufenthalt in Paris und mussten die Zeit totschlagen.
Wir sind hier ca. 10 AustauschschĂŒler, von denen aber viele demnĂ€chst
gehen. Zur Zeit ist noch Regenzeit, das heisst, dass hier ca. von Mittags an es ca. fĂŒr eine bis zwei Stunden regnet
, dann kommt wieder die Sonne zum Vorschein.
Es ist hier ein bisschen anders als gedacht: die Austauschjugendlichen essen nicht zusammen mit den anderen
und haben oft etwas anderes, am ersten Tag nachdem ich ankam gab es erst einmal Spaghetti ;).
DemnĂ€chst geht das Üben mit den Trommeln los und auch ein Workcamp fĂŒr gehandicapte Kinder fĂŒr 3 Wochen. Das wird sicher auch noch interessant.
Cola und 50Cent sowie deutsche Schlager gibt es hier auch, wahrscheinlich haben sie die billigen Restposten an Schlagern die in Deutschland keiner haben will hierher verschifft und jetzt kommen sie zusammen mit den Vengaboys im Radio.

Soviel fĂŒr heute, demnĂ€chst mehr.
Felix

28.04.04

Wir waren heute auf dem Feld und haben ein bisschen mit der Machete gewĂŒtet!
Um 7 ging es los zum Feld mit Mofataxis, ist auch ein lustiges GefĂŒhl, sag ich euch.
So gegen 9 waren wir dann am Feld, da wir von der Stelle wo wir ausgesetzt wurden noch ca. 20 min laufen mussten. Wir kriegten alle eine Machete in die Hand und sollten “Unkraut jĂ€ten”, was darin bestand ca. 1m hohe Graeser und teilweise 5cm dicke BĂ€ume durchzuhacken. Das ging mit der Machete auch ganz gut. Zwischendurch haben einige der Arbeiter dann eine Schlange gesehen und panische Angst gehabt. Wir mussten dann erst um die Schlange herumarbeiten um dann spĂ€ter zu hoffen dass sie weg war. 😉
Constantin, ein anderer der Freiwilligen hat ziemlich geschwitzt und dabei viel Wasser verloren, da er sich nur genug Wasser fuer “Unkraut jĂ€ten” eingepackt hatte. Ihm wurde teilweise schwarz vor Augen und so sind wir dann gegen Mittag wieder gegangen, haben noch eine Cola getrunken (0,6l). Peter wollte seine nicht ganz und so habe ich nun einen Liter Cola intus und sitze hier und schreibe. Heute abend geht es noch zum Trommeln ĂŒben mit Blasen an den HĂ€nden :).