Alles dauert und die Neuen kommen nicht

Mittlerweile steht es fest, dass die Neuen aufgrund der momentanen Lage nicht kommen.
Wir wissen nicht, ab wann wieder welche kommen werden, aber wir sind auch so noch ca. 17 Freiwillige hier.
Der Präsident wurde zu einer Unterredung mit dem nigerischen Präsidenten gebeten,
wurde dort aber nicht mit allen Staatszeremonien empfangen, sondern verschwand gleich hinter
verschlossenen Türen. Verlautbarungen zur Rückkehr zur Verfassung gibt es immer noch
nicht.
Für morgen wurde wieder zu einer Demonstration aufgerufen. Zumindest morgen
scheint sie legal zu sein, da die Mitglieder der Regierung auch eine Demonstration veranstalten.
Sie zahlen sogar jedem Teilnehmer 10.000 CFA (ca. 20 €)!
Dazu wurde es für morgen legal gemacht und auch in Kpalimé findet eine statt!
Morgen ab acht Uhr geht es los.
Das Sportprojekt zur Aidsaufklärung kommt langsam in Gange. Gestern und heute hatten
wir 2 Sitzungen, die fast 4 Stunden gedauert haben. Dabei haben wir zwar vieles der Konzeption
nochmal überarbeitet, ganz fertig damit sind wir aber immer noch nicht…

Everything takes it’s time and the new ones are not coming

By now it is for shure that the new volunteers will not come down here due to the current situation.
We do not know when the next ones will come, but we are still about 17 volunteers here.

The president has been invited to an conference with the president from Niger. Upon his
arrived he was not welcomed with all ceremonial manners, but directly taken behind closed dors.
Still he did not make any announcements about the current situation.

They called for another demonstration tomorrow. At least tomorrow it seems to be legal,
since the government is going to have one, too, so they made it legal for one day.
They are also paying 10.000 CFA (about 20 bucks) to every participant!
There is also going to be one from the opposition, which finally seems to rally for the cause,
in Kpalimé starting at 8 am.

The sport project for the sensibilisation about Aids is really starting to claim its time.
Yesterday and today we had sessions of 4 hours each. We are still working at the concept,
althoug we have several other people with us now. Still we are not done yet…

Der Präsident hält einen hin und die Spannung steigt

Jetzt sind nach 6 Monaten wieder 4 Freiwillige weg, teilweise sehr gute Freunde,
mal gucken, wie lange es braucht, bis die Lücke sich wieder ein bisschen schließt.
Der Präsident soll eigentlich schon seit einiger Zeit sagen, ob er zur alten Verfassung
zurückkehrt oder nicht. Das tut er aber nicht und alle angeküdigten Termine werden zur Farce.
Davon hängt dann ab, ob die afrikanische Union und auch deren Unterstützerländer
(also USA, EU und einige mehr) Sanktionen erheben oder nicht. Die Unterhändler hatten
bisher verlauten lassen, dass die Gespräche gut verlaufen seien, aber bei seinem Verhalten
kommen mir da leichte Zweifel. Mal sehen.

The president is not talking and the tension rises

Once again some volunteers left, now 4 at the same time, but there were very good friends
among them and I will have too see, how much time it will take to close the gap at least a little
bit!

The president should have anounced his decision about the question whether or not he will
return to the former constituion for some time now, but all announced dates seem to be a farce.
It depends on his decision, whether or not the African Union and their supporting states (USA, EU and many more)
will raise sanctions against Togo. The members of the council already said that it looks good,
but since he is keeping his decision off the public longer and longer I do not know what to believe!
We will see. (I am becoming more and more african 🙂 )

3-4 Tote, Party mit Soldaten, Metal unter Sternenhimmel und 4 Stunden Kirche

Demonstrationen und Tränengas
Am Donnerstag hat eine der oppositionellen Parteien zu einem Friedensmarsch aufgerufen, die
Demonstration wurde aber ziemlich schnell mit Tränengasgranaten auseinander getrieben.
Wegen unabgesprochener Koordination hat eine andere opp. Partei dann auch noch am Freitag
zu einem “Friedensmarsch” aufgerufen. Diesmal sind dabei allerdings 3-4 Menschen gestorben!
Die Delegierten der westafrikanischen Staaten kamen am Freitag in Lomé an, um mit Faure
zu reden. Dieser wollte sie allerdings lieber in Kara empfangen, nahe seiner Geburtstadt, aber auch
eine Soldatenhochburg und das Zentrum seiner Anhänger. Dies lehnten die Delegierten aber ab,
genau so wie Faure später eine Einladung nach Niger. Für heute wurde auch wieder
zu einem Streik aufgerufen.

Da weitere 5 Freiwillige demnächst gehen, hatten wir wieder einmal eine Abschiedsparty.
Da der Staat aber eine 2 monatige Staatstrauer verhängt hat und das Büro von Campagne
fast genau gegenüber der Kaserne von Kpalimé liegt, haben wir im Siège nur das
Nötigste, also Attestationenübergabe und das Essen gemacht. Direkt am Anfang der Party
sahen wir noch, wie die Kaserne von einem weiteren Truppentransporter verstärkt wurde.
Das Ganze ging dann in der Dachbar weiter, nachdem wir noch auf dem Moto von Falk eine
Box und den Verstärker der Campagneanlage hingeschafft hatte – breiter Lastentransport :).
Auf der Party konnten wir dann auch natürlich noch unsere Musik spielen. Falk und
ich wollten dann durch machen und haben uns mit einigen anderen noch mehrere Stunden
mit Metal unter freiem afrikanischen Himmel gegeben – dazu noch die Colas für 50 Cent für einen halben
Liter – wann hat man mal so etwas Geniales :)?!
Am nächsten Morgen bin ich dann noch um 7 Uhr mit Abalo und Dorothea in die Kirche gegangen.
Es fing erst eine Stunde mit Bibelkunde an. Der Glauben ist hier doch ziemlich stark bei den meisten
und auf keinen Fall will jemand ein schlechter Christ sein! Dann kam der eigentliche Gottesdienst.
Das ist hier dann doch ziemlich anderes. Der Pastor schreit viel mehr, ziemlich agressiv. Es war aber
trotzdem lustig, weil der Eweübersetzer direkt neben ihm immer versuchte ihm nach zu eifern
und das Ganze teilweise in ein Rollenspiel ausartete. Die meisten Lieder waren einfach mitreissend und
wer wollte, konnte auch einfach nach vorne kommen und dort dazu tanzen, was auch viele gemacht haben!
Dazu spielte dann eine Kirchenband mit Schlagzeug, E – Gitarre und zwei Sängern, aber einen Chor
mit Trommel gab es auch. Das Ende war dann so gegen 11:15. Nach einem Besuch im Café mit den
anderen und 30 Stunden auf den Beinen habe ich mich dann ins Bett gepackt. Was für ein ereignisreicher
Tag! (oder auch 2)

Faure

3-4 Deaths, Party with soldiers, Metal under the open sky and 4 hours of Church

Demonstrationen und Tränengas

On thursday a oppositional party called for a “Peace March”, which was unfortunately
dispersed pretty quick by tears gas granades of the military. Due to a lack of communication another
oppositional party called for another “Peace March” on friday. This time about 3 to 4 people died!

The delegates of the westafrican states were about to come to Lomé for a conference
with Faure Gnassningbé, but he wanted to hold the conference in Kara, near his city of birth
and at the same time a bastion of loyal soldiers. The delegates refused, as well as Faure turned down
an invitation to Niger. The call for a strike is out again for today.
Somebody from the government is now supposed to hold a speech before the security council of
the United Nations in Munich.

Since 5 other volunteers are leaving soon, we had another farewell-party, but since the state
had ordered a 2 month period of mourning, and our bureau is almost directly opposite of the barracks
of Kpalimé, we had only the essentials at the bureau and continued in the rooftop bar 🙂 !
Directly at the beginning we still saw the barracks beeing reenforced by another troop transport.
For the rooftop bar we still moved a box and an amplifier there by moto – extra wide cargo transport :).
At the party we could of course play our music. Falk and I then still wanted to continue until sunrise and
still stayed, listening to Metal and drinking coke (half a liter for 50 Cent) all night long under the open
african sky – the only happens every once in a while or even once in a lifetime!
The next morning I still went to church at 7 am with Abalo and Dorothea.
It started with bibel studies. The faith is pretty strong here and nobody wants to be a bad christian!
Then there was the service itself.
That is pretty different over here, a lot like the pentacostal church. The minister is constantly screaming
pretty agressivly. It was fun anyway, since the Ewe translator directly next to him always tried to keep
up with him and sometimes the whole thing ended up as a role play game :). Most of the songs were
just overwhelming and whoever wanted to dance could do so, what a lot of people also did.
There was also a band playing with the drum, electronic guitar, a keyboard and two singers, but there
was also a choir with traditional drums! The end was at about 11:15. After another visit to a café
and 30 hours of uptime I finally crashed in my bed. What an interesting and exciting day (or even 2 🙂 ).

Faure

Sondergipfel

Die Abgeordneten der Westafrikanischen Staaten haben am 10. eine Sondersitzung zur
Diskussion von eventuellen Sanktionen und Möglichkeiten der Durchsetzung der Demokratie
und kommen dazu nach Lomé. Mittlerweile haben zahlreiche Staaten der westlichen Welt
sich hinter die westafrikanischen Staaten gestellt und legen es erst einmal in ihre Hand, weitere
Schritte zu unternehmen. Davon häng anscheinend auch die Reaktion der Bürger Togos
ab – wir werden den heutigen Tag abwarten!
Die erwartete Generalamnestie ist auf jeden Fall auch erlassen worden, aber eben erst jetzt.
Dabei sind allein in Lomé 1498 Insassen freigelassen worden.
Radio France International, eine internationale Radiostation wird in Togo mittlerweile
gestört bzw. nicht mehr weiter geleitet, da sie “offensichtlich die Opposition unterstützt”.
Demonstrationen sind anscheinend nur bis zum Ende der 60-tägigen Wahlperiode verboten.
Trotzdem will die Opposition zum einem Friedensmarsch aufrufen.

Special summit

The deputies of the Ecowas (Economical Organisation of West African States?)
are gathering for a special summit in Lomé on the 10th to talk about how to enforce
democracy. By now several states of the western world support the West African Union and
waiting for the outcome of their next steps. The reaction of the togolese people will also depend
on it – we await the outcome of this day!
The expected amnesty has been given today, but only today. Only in Lomé 1498 inmates
have been freed.

Radio France International, an internationale radiostation are beeing jammed
or the relais are shut off, since they “apparently support the opposition”.

Demonstrations have only been banned until the end of the 60 day election period.
The opposition is calling for peace marsh anyway.