Die Polizei buchtet Fröhlichkeit ein, dicke Ostereier und ein bisschen Rumreisen :=)

Wie es nun lange Zeit her ist, dass ich mich gemeldet habe, ist es noch länger her, dass ich das letzte Mal Samba gespielt habe – hier kam ich nun auf einem Erstsemestergrillen dazu. Es gab die Instrumente und die Studenten haben sich einfach welche geschnappt und losgelegt. 1-2 davon waren reguläre Spieler, die anderen 20 haben improvisiert – aber wie! Einfach genial und man fühlte sich gleich zu Hause! 🙂 Dadurch dass viele nicht so viele Breaks kannten, hat es sich dann auf einige Basissachen beschränkt und ich konnte gut mithalten :). Einfach genial! 😀

Nicht so lange her ist es dass ich mein Visum hier registriert habe, 30 Tage nach Einreise. Dabei soll man eigentlich eine Karte bekommen, die “so in einem Monat ankommt”. Weil die temporäre nur 6 Monate gilt, musste ich diese nun mal verlängern :).

Zusammen mit Tarek, dem anderen Trainee aus Dubai hier waren wir also bei der zivilen Polizei, er sollte erst mal seine erste Anmeldung machen. Nachdem wir uns einige Zeit nicht gesehen hatten, haben wir über einige Sachen herzlich gelacht. Damit waren wir wohl die einzigen und die Dame der Bearbeitung hat das wohl dann auf sich bezogen, weil wir natürlich auch auf Englisch sprachen. Ihr O-Ton:
“Wenn einige Leute schon so gelehrt sind, mehrere Sprachen zu sprechen, besonders einige Deutsche (ich war natürlich der einzigen Anwesende), sollten sie auch die Höflichkeit besitzen, in vollem Umfang die Repräsentanten des Gesetzes zu respektieren, weil wir sie sonst leider hinter Gitter bringen müssen!” Rumms… Die mögen wohl keine fröhlichen Leute …
Nach 1 1/2 Stunden waren wir dann auch mal bedient und nun ist mein neues mal wieder für 6 Monate gültig – einen Monat vor Abreise muss ich dann (falls die endgültige Karte immer noch nich eintrifft) nochmal auftauchen :P.

Die Osterwoche war weitgehend ruhig, weil die Uni Ferien hat und – erinnert ihr euch noch? – alle dann nach Hause zur Familie fahren :P. Ich habe hier von einem Einzigen(!) gehört, dass er mit seinen Cousins Ostereiersuchen war. Sonst gibt es hier eher so 20 cm hohe Ostereier mit 10cm Durchmesser und Schokoladen- oder ähnlicher Füllung. Die werden im Supermarkt über den Gängen aufgehängt, so dass die Leute die Ware ständig vor Augen haben – in meinem Fall hatte ich sie eher in den Augen und Beulen hinterher!
Ich musste leider bis Donnerstag arbeiten, hatte aber zumindest über das Wochenende Besuch da. 😉

Mit dem Trainee aus Dubai war ich gestern auch noch mal in Kino und habe mit ihm hinterher noch ein paar Sandwiches gegessen. Habt ihr schon mal palästinensisch-jordanisch-ägyptisch-dubaiisch-brasilianische Sandwiches gegessen? War echt der Hammer :). Er bleibt jetzt noch einen Monat, danach geht er leider erst mal wieder zurück nach Dubai – und danach auf eine Tour um weiter in der Firma ausgebildet zu werden – in Deutschland, Frankreich und Italien. Danach weiter das Wissen weitergeben ein verschiedenen Ländern in Nordafrika und Asien, um schließlich einer der 2 weltverantwortlichen für den Kundenservice der Firma zu werden. Er meinte, er guckt mal, ob er mir nen Job in Dubai besorgen kann, wo sie gerade nen Technologiepark aufbauen – er kann da wohl sicherlich was draus machen ;).

Der Chilene, der mit mir angekommen ist, Claudio, hat leider gestern seine Praktikumsstelle gekündigt, weil sie nicht der Beschreibung entsprach. Entweder findet er bis Ende der Woche noch eine andere Stelle in Brasilien oder geht zurück …

Ich habe am Ende der Woche mal wieder einen Trainingseinsatz auf einer AIESEC Konferenz – allerdings in Londrina, ca. 8 Stunden Fahrt mit dem Bus von hier – und sie zahlen die Hälfte der Kosten damit ich komme, den Vortrag halte, mit ihnen die Abende genieße und ein bisschen die Stadt sehe – da habe ich absolut nix gegen :). Das Selbe passiert dann das Wochende drauf noch mal in Goiania (400km und auch ca. 9 Stunden von hier) und Anfang Mai in Brasilia (die Hauptstadt, wo ich schon mal war)… So macht Netzwerken Spaß und ich kann auch gleich meine Trainingsfähigkeiten trainieren :).

Der Kongress geht langsam weiter voran und die Aufgaben steigen wieder – nun bin ich für die Einwerbung der technischen Ausstattung sowie die Kommunikation innerhalb des Organisationskomittee zuständig. Aber keine Angst, ich bekomme immer noch meinen Schlaf und bin kein Worcaholic :). In Brasilien habe ich garantiert auch noch Möglichkeiten Spaß zu haben :).

Meinem Finger geht es auch wieder blendend. Nach ca. 2 Wochen ohne Schiene ist er wieder ganz der Alte, auch wenn die Sehne noch etwas geschwollen ist, das kann allerdings auch noch am Narbengewebe liegen. Sonst habe ich keine Einschränkungen mehr :).

So Einiges, SUS, IC, Faci und Chair …

So Leute, nachdem nun der letzte Eintrag doch schon etwas sehr viel länger her ist, kommt nun mal wieder was. Das ich so lange nicht geschrieben habe, hatte allerdings auch seine Gründe, wie ihr gleich sehen werdet:

Vorletzte Woche Freitag (ist es doch schon so lange her …) gab es eine geniale Abschiedsparty für die Japanerin Tomoko, die zurück ging.
Als wir dort ankamen, fuhren wir erst einmal durch das Hauptportal rein – das war allerdings nur das Sicherheitsportal für den Wohnbezirk! Anschliessend ging es noch einmal durch ein Portal – für die Nachbarschaft… Anschliessend kamen wir endlich am Haus an und gingen rein …

Der erste Eindruck war “hier können wir ohne Probleme unsere nächste nationale Konferenz abhalten mit 600 Leuten! Allein schon die Eingangshalle hätte fürs Plenum gereicht! Der Pool mit 2-stufigem Wasserfall tat dann sein Übriges! Auf so einer Party durfte dann natürlich auch Cachaça nicht fehlen, bei dem selbst Kenner die Augen aufreissen (“Salinas”) und so war ich einige Zeit mit Caipirinha machen beschäftigt. Der Sohn der Familie sieht mir ähnlich, weshalb einige Leute und schon “Vater und Sohn” nennen – obwohl der Rest der Familia alle eindeutig von Arabern abstammt! Doch ein echt krasser Unterschied!
So gab es aber auf der japanischen Abschiedsparty in Brasilien arabisches Essen ;).

Als ich, nachdem der Pool schon eingeweiht worde war, wieder einmal dazu überging, einigen Leuten in den Pool zu helfen und unser LCP was dagegen hatte und sich im Bad verkroch, ihn aus selbigem herausziehen wollte, muss ich mich wohl irgendwo dran verletzt haben. Auf jeden Fall kam aus meine kleinen Finger so einiges an Blut, weswegen der LCP dann doch lieber freiwillig in den Pool ging :P.

Am nächsten Morgen sah es dann doch auch etwas tiefer aus und ich ging zum Gesundheitsposten, um einmal einen Blick drauf werfen zu lassen – die meinten dann, dass das ein Fachman sehen müsse. Ich kam im Gesundheitsposten um ein Uhr an und wurde um zwei Uhr im Krankenhaus begutachtet. Das wäre auch schnell gewesen, wenn das nicht 13h und 2 Uhr morgens gewesen wäre, zwischen denen ich die Wartebank nicht verlassen durfte, weil sonst mein Warteplatz weggewesen wäre! Ashley hat ca. 8 Stunden mit mir gewartet, Rodolfo noch einmal 4 und dann kam ich endlich dran…

Nach der Begutachtung morgens um 2 sagten sie mir dann, dass es operiert werden müsse, da die Sehne mit angeschnitten worden war – allerdings nur nachdem ich 4 Stunden nix getrunken und 8 Stunden nix gegessen habe … was hiess, obwohl ich schon fast am Verhungern war, bis 6 Uhr morgens warten musste. Schlafen konnte ich so natürlich nicht :P. Der Rest des Schlafsaales hat auch nicht geschlafen. Dort gab es z.B. einen, der im Auto sass, als ein Motorrad mit 120 genau die Seitentür traf …

Um 7 Uhr wurde ich dann endlich operiert und die Narkose hielt auch gleich bis 15 Uhr an. Danach wollten mich die Leute nicht ohne Abendessen gehen lassen … so kam ich am Sonntag um 18 Uhr wieder aus dem Krankenhaus und hatte so mein ganzes Wochenende im Krankenhaus verbracht!
Der Finger wurde gefixt und so konnte ich natürlich ziemlich schlecht am Computer arbeiten und es tat auch weh – weswegen ich dann eine Woche nicht zur Arbeit gehen durfte. Ich hatte zumindest noch einige Sachen zu Hause zu tun und es war auch wieder die erste Woche der Uni – so dass die Leute wieder zurück waren und natürlich auch die Parties wieder losgingen – fast die ganze Woche durch >P.

Auf einer dieser Parties traf ich auch eine Erstsemesterin. Alle Erstsemester bekommen einen Spitznamen verpasst, den einige dann für ihr gesamtes weiteres Leben tragen – wie z.B. Foka (Seehund), Werwolf, oder Seife (windet sich immer aus allem raus) ;). Dieses Mädchen hatte nun aber verdammte Ähnlichkeit mit, und bekam deshalb den Spitznamen ASHLEY! Mein Mitbewohner hat wohl doch Eindrücke hinterlassen. Sein Kommentar hinterher – “dann muss sie ja hässlich sein :P”.

Am Freitag musste ich allerdings um 7.30 Uhr wieder ins Krankenhaus, um das Ganze einmal begutachten zu lassen. Unter der Woche musste ich jeden Tag den Verband wechseln lassen, was 2x in 5 Minuten ging, einmal nur in 1 1/2 Stunden …
Im Krankenhaus musste ich mich also an eine Schlange aus 250 Leuten anstellen um mich zu registrieren, danach habe ich vor dem Behandlungszimmer (es gab nur 2) noch einmal 1 1/2 mit anderen Patienten unterhalten (2 Damen von 50 Jahren – deren Mutter wurde wegen Hautkrebs behandelt). Diese weckten mich dann auch weitere 1 1/2 Stunden später wieder auf, als ich schon eingenickt war ;). Die weitere Behandlung dauerte nur 5 Minuten :P.
Diese Woche darf ich denn nun wieder arbeiten und morgen werden die Fäden (8 Stiche) gezogen… Am 14. kommt dann die Schiene ab und die Physiotherapie beginnt …

All dies lief unter dem “Systema unico de Saúde” – dem öffentlichen Gesundheitssystem von Brasilien, dass die Leute benutzen, die kein Geld haben und dass allen eine Grundversorgung garantieren soll. Wer es sich leisten kann, benutzt eine private Behandlungsstätte, aber ich hatte auch mal Bock auf eine echte brasilianische Erfahrung, hehe ;). Man lernt halt nie aus …

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Die 2. Sache, weshalb es sich hinzog, war der internationale AIESEC Kongress, der im August stattfindet. Dafür bin ich nun zwar nicht als VicePresident, aber immerhin als Teamleiter ausgewählt worden, weil die Wahl so verdammt knapp ausfiel und sie mich unbedingt im Team haben wollten ;). Ist doch auch schon mal ein Kompliment >P. Zudem mache ich nicht nur den Job eines normalen Teamleiters, der eigentlich erst am 15. Juli losgeht, was dementsprechend auch das Datum ist, an dem ich nach São Paulo ziehen werde. Sondern, weil ich ja bisher schon am IC gearbeitet habe und der VP noch im nationalen Kommittee in Mexiko beschäftigt ist bis Juni, werde ich in Teilzeitarbeit noch einen Teil seiner Aufgaben mitübernehmen, unter anderem auch, weil er noch kein Portugiesisch spricht. Es wird also doch noch ne Hammererfahrung – auch wenn jetzt natürlich der Stress mit dem Takeover kam und die Seite bis zum 6. März stehen muss …

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Die 3. Sache, weswegen ich keine Zeit hatte, war, dass ich Facilitator / Trainer und auch gleichzeit “Chair” / Vorsitz der “Discovery Days” und teilweise auch des Replanungswochenedes hier vom Lokalkommittee von AIESEC war. Das war nun letztes Wochenende und es war absolut genial. Nächstest mal mache ich dann “Table” 😉 Heute habe ich schon 2 weitere Einladungen bekommen, um in Gôiania und Brasilia Faci bei den DDs zu sein … 😉

Seit heute arbeite ich denn auch wieder normal, weil mein Finger mich mitterweile auch nicht mehr so stört. Ich versuche noch mal ein Foto vom aktuellen Zustand zu bekommen, bevor morgen die Fäden gezogen werden :P.

Bis demnächst (hoffentlich ein bisschen früher dies Mal ;)…