Kanadier, Cocobeach und Aufstände


soldaten
lkw

Dieses Wochenende war ich mit den Kanadiern, die ich letztes Wochenende kennen gelernt
habe in Cocobeach, in der Nähe von Lomé. Am Freitag auf dem Weg nach
Lomé waren auch schon wieder Patroullienjeeps unterwegs. Schliesslich
angekommen, war die Straße durch einen umgestürtzten LKW halb blockiert,
das Ganze sah aber schlimmer aus als es war. Abgesehen davon ist es in Lomé schon
fast normal.
Nach Mittagessen und ein paar Drinks mit Fanny und einigen Togolesen habe ich noch einige
Informationen eingeholt (wenn man schonmal in dort ist…).
Als das Mototaxi an einer Ampel hielt, wo sich ca. 50 Motos (mit jeweils Fahrer und Fahrgast)
ganz nach vorne geschlängelt hatten, kam ein Staatskonvoi vorbei und ein Soldat
sperrte die Straße ab. Als dann die Ampel für uns von rot auf grün schaltete,
fingen die Fahrer an zu hupen, da der Konvoi aus 7 Wagen oder mehr bestand. Das Ganze
wurde zu einem Gegröle und Gehupe wie bei einem Fußballspiel, bis der Soldat
die Straße verliess und die Feier erst richtig los ging :).
Den Abend waren wir (Fanny, Emil, Martin und ich) dann auf einer Abschiedsfeier eines
weiteren Kanadiers (hört das denn nie auf?) verbracht, auf dem ich auch die Mitarbeiter
der deutschen Botschaft getroffen habe, die ich eigentlich am Montag noch aufsuchen wollte. 🙂
Die haben mir auch gleich noch einige
Informationen über die aktuelle Lage gegeben.
Danach waren wir noch in der Disco bis morgens um 4. Die Discos hier sind auch nicht
viel anders als in Europa, aber da hat man meist keine Rastas wie hier, die zu der Musik
so abgehen. Danach gab es noch zwei Militärkontrollen, wo wir Schmiergeld bezahlen mussten,
da ich meinen Pass gerade nicht dabei hatte (braucht man in Kpalimé halt nie) und die
Soldaten aber auch die beglaubigten Kopien der anderen Pässe nicht anerkennen wollten.
Die Demonstration am nächsten Morgen haben wir dann natürlich
verschlafen. Wir sollten aber sowieso während der Zeit eher im Haus bleiben.

Am Nachmittag ging es dann zum Cocobeach. Der Abend war ganz angenehm mit dem Meer,
Djemben (Trommeln), einem Feuer, Kanadiern, Franzosen, einem Nigerianer und einem Deutschen :).
Wir waren ca. 15 Leute, haben in Palmenhütten geschlafen und einfach nur relaxt.

strand
Bloß am nächsten Nachmittag um 4, als wir wieder nach Hause wollten, gab es auf der Umgehungsstraße
auf einmal eine Straßenblockade – was wir nur daran merkten, dass uns auf einmal LKWs
im Rückwärtsgang entgegenkamen!
Wir mussten dann durch ein Viertel durch, in dem fast jede Straße, die parallel zur Hauptstraße
verlief blockiert war. Erst war es noch ruhig, aber als wir dann zurück auf die Hauptstraße
wollten, stand auf einmal ein Demonstrant vor uns und warf einen kopfgroßen Stein in
Richtung des Autos vor uns. Während dieses versuchte zu fliehen und wir ausweichen mussten,
hatte der Demonstrant seine Kollegen gerufen und wir waren von 20 wütenden Demonstranten
mit ebensolchen Steinen umringt, die uns anschriehen: “SEID IHR FRANZOSEN?? WENN
IHR FRANZOSEN SEID, SEID IHR TOT, WENN IHR AMERIKANER SEID, IST ES OK!!”
Außer mir waren zum Glück nur Kanadier im Auto, aber ich musste denen dann
meinen Pass geben, habe ihn aber zum Glück am Ende wiederbekommen.
Wir haben dann beschlossen zum Strand zurückzukehren, aber dabei mussten wir noch
durch eine zweite Gruppe durch, die Geld von uns wollte.
Wir waren eines der ersten Autos gewesen, die in das Viertel reingefahren ist, haben also nur
Pech gehabt, aber die Kanadier meinten, so heiß wäre es bisher auch noch nicht
zugegangen. Wenn es etwas passiert, ist es in Lomé. In Kpalimé bleibt es ruhig.

Wir waren dann also noch eine weitere Nacht in Cocobeach, haben Kniffel gespielt und Radio
gehöhrt. Am nächsten Morgen habe ich noch von einem der Kanadier seine
Metal – CDsammlung bekommen, weil er in drei Wochen fährt – mal wieder mehr Abwechslung!
Danach bin ich dann gleich nach Kpalimé zurück. Was für ein Wochenende!

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