Übergeschnappte Minister, der größte Wasserfall Togos und besoffene Pförtner

Tina ist nun nach sechs Monaten gegangen. Irgendwie schon komisch. Sie ist eine Woche nach
mir gekommen, jetzt sind noch Konstantin und Peter da, aber die anderen alle mindestens einen
Monat weniger.
Als wir sie zum Flughafen gebracht haben (Horace und ich, ich musste noch mein Visum verlängern,
deshalb war ich sowieso in Lomé), dauerte alles mal wieder ein bisschen länger, aber
das Einchecken lief ohne Probleme (auch das verschicken der Djembe aus Tropenholz).
Als sie dann abgeflog, mussten Horace und ich noch nach dem Gepäck eines anderen Freiwilligen
fragen, das nicht am selben Tag angekommen war. Nachdem wir um ca. 11 Uhr den Flughafen verließen,
mussten wir noch am Pförtner vorbei. Der hatte aber schon so viel getrunken, dass er selbst
nach mehrmaligen Hupen nicht aufgewacht ist. Als wir 5 Minuten hupend vor ihm standen und ihm das
Parkticket gegeben hatten, versuchte er dieses weitere 5 Minuten durch das Kassendisplay zu ziehen,
was ihm natürlich nicht gelang (der eigentliche Schlitz war einen halben Meter weiter unten).
Leider sagte Horace schon “es macht 500 CFA, falls sie es wissen wollen” bevor ich meine
Kamera draußen hatte – schade aber auch!

Dieses Wochenende war ich dann mit einigen anderen Freiwilligen am größten Wasserfall
Togos. Den Ausflug hatte ich mit einem Freund zusammen organisiert, der dort oben auch eine
Nicht-Regierungsorganisation aufzieht und nachhaltigen Tourismus einführen will. Es war
schön, aber vieles hatte ich schon einmal gesehen.

Das “Festival du Théâtre Scolaire” scheint wohl für dieses
Jahr abgeblasen zu sein. Horace hatte erst bei den verschiedenen Institutionen wegen der Authorisationen
nachgefragt und auch bekommen, meist mit den besten Glückwünschen, dass so etwas
kulturelles überhaupt noch stattfindet. Auch der Direktor für allgemeinbildende Schulen
hatte schon zugesagt, aber der Minister sperrte sich. Als wir noch einen Brief geschrieben haben,
in dem wir fragten, wieso der Plan denn “schon zu voll” war (wie er sagte), und dass die anderen
Minister und zuständigen Behörden mit Beifall zugestimmt hatten, ist er anscheinend ausgerastet.
Auf einer öffentlichen Rede in Atakpamé sagte er: ” Die hier zuständige
Direktion hat zu viel Macht und sagt zu vielen Sachen zu. Das unterbinde ich jetzt, indem
alle NROs in Togo ab jetzt nicht mehr an gemeinbildenden Schulen Aktionen durchführen dürfen!”
Damit sind jetzt schon 500 € ausgegeben, aber dieses Jahr gibt es wohl nichts mehr! Es steckte echt viel
Arbeit dahinter!

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