Brasília, Hauptstadt Brasiliens Teil 1 und gemischte Gefühle

So bin ich nun in Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens und an dem Ort, an den ich eigentlich ursprünglich hätte gehen sollen, wenn alles nach Plan A gelaufen wäre, aber bekanntlich bekommt man ja nicht immer was man will … 😛

Nach ca. 9 Stunden Busfahrt über Nacht kam ich morgens um 9 Uhr an und wurde von meinem Gastgeber (Ian) für die Tage auch an der Busstation abgeholt. Wir haben eine kurze Tour durch die Innenstadt gemacht, mit den ganzen Regierungsgebäuden, dem politischen Zentrum Brasiliens. Die Stadt wurde in den 60er Jahren gebaut, schon sehr viel früher geplant und konzipiert, weil sie als Stadt komplett am Reißbrett entworfen wurde, in Form eines Flugzeugs und im Betonbaustil der 60er Jahre mit einem Charme, der auf den ersten Blick an Brüssel erinnert, aber hier ist es sehr viel grüner 🙂 .

Der Architekt hat bei so einigen Sachen jede Menge Kurven mit einfließen lassen, weil Kurven menschlich (weiblich) sind … 😛 Mir ist es aber zu viel monotoner Beton …
Wir waren an dem Tag noch auf dem Fernsehturm, von wo man einen guten Blick über die Stadt hat. Dort gab es jede Menge Touristennepp, aber auch Essen aus Bahía, dem Norden des Landes, wo es mehr afrikanische Wurzeln gibt und sie auch viel Fisch essen. Dort gab es dann Krabbenbrötchen… nicht so ganz mein Fall, aber der Obdachlose hat sich gefreut 🙂 .

Eigentlich wollte ich mich dann mit der Praktikumsmanagerin treffen, mit der ich schon viel Kontakt hatte, natürlich wegen des Praktikums, aber auch wegen anderer Aiesecsachen, bei denen wir gemeinsam gearbeitet haben. Sie wusste schon, dass wir nur ca. 1 Tag haben, weil sie am Freitag gleich wieder zu ihrer Großmutter musste, die krank war und erst am Sonntag wieder zurückkommt. Nachdem sie aber den Abend vorher bis ca. 4 Uhr Party gemacht hat und anrufen sollte, wenn sie wach wird, hat es bis ca. 6 Uhr abends gedauert bis sie angerufen hat … Sehr viel unterhalten habe ich mich dann auch nicht mit ihr -> nachdem ich meine Erwartungen diesbezüglich erst mal KOMPLETT über Board geworfen hatte, wurde es dann auch langsam besser.

Das lag auch mit an den anderen Praktikanten aus Kolumbien (Gilbert) und Portugal (João), die beide ziemlich gut drauf waren und mit denen ich mich gut unterhalten habe – und hinterher dann noch Party, aber dazu später 🙂 . Die andere Praktikantin aus Deutschland, Verena, habe ich den Abend noch nicht gesehen, aber Kim aus den Niederlanden.

Wir waren erst in einer Surfbar, von wo aus man die Yachten im großen See von Brasilia sehen konnte (der Süden des “Flugzeugs” ist komplett von einem See umgeben) und danach in – einer MITTELALTERKNEIPE, die sogar “Mittelalter” hieß :P.
Dort gab es dann “Stadt Bier”, was hier eine Brauerei ist, allerdings eher ein bisschen nach Weizenbier geschmeckt hat. Danach gab es auch noch dunkleres Bier, was allerdings dann das Bier mit Kaffee gemischt war… irgendwie so nicht mein Geschmack.^^
Die Leute kommen öfters hier her und die Bar ist nicht nur ein Nischengeschmack. Hier hatten sie sogar Shisha!! Nachdem es zwar 1 1/2 Stunden gedauert hat bis sie fertig war und dann einen anderen Geschmack als bestellt hatte, hat sie doch ganz gut geschmeckt 🙂 .

Es gibt hier aber so einige Plätze, die an deutsche Sachen erinnern. “Bierfass”, “Schloß”, usw., die auch gut bei den Leuten hier ankommen 🙂 .

Nach der Bar haben wir dann weitergefeiert, und zwar auf dem “Platz der 3 Mächte”, der so heißt, weil dort direkt der oberste Gerichtshof, der Präsidentensitz und der Senat angrenzen! Es gab keine richtige Disko dort, sondern die Leute haben mit dem Auto Musik gemacht und dazu die Party gemacht … so 50 Meter vom Präsidenten und seiner Ehrengarde entfernt! Vom Mahnmal der ewigen Flamme hatte man dann auch einen guten Blick auf die größte Staatsflagge der Welt.
Wir waren also direkt im Zentrum, und da außerhalb des Zentrums kein Gebäude höher als 6 Stockwerke sein darf, hatte man auch einen guten Überblick. Das höchste Gebäude ist das Senatsgebäude mit 30 Stockwerken, aber ich weiss nicht, ob die Flagge noch höher hängt… Den Abend haben wir auch den Gringo- (eigentlich Weiße, aber eigentlich auch alle nicht Brasilianer) Rollcall getanzt – zu Sexbomb … 🙂

Mit meinem Gastgeber war der 1. Tag auch eher ein bisschen zu ruhig, ein Informatiker, der nicht so ganz gesprächig ist, aber später ging es doch ein bisschen besser – er wollte mich auch gleich auf Portugiesisch trimmen, was auch meist klappte, allerdings nuschelt er noch schlimmer als ich und spricht sehr monoton … dann eine Fremdsprache rauszubekommen macht es doch leicht noch schwieriger… 😛 Er hat auch ein halbes Jahr in Israel ein Internat besucht und nun bekomme ich noch ein bisschen Musik von dort drüben 🙂 . Die Familie hat auch ein Hausmädchen, was hier öfters üblich ist. Diese bekommen oft einen Hungerlohn und nehmen 3 solche Jobs an, sind dann allerdings in ihrem Heimatdorf wiederum im Verhältnis sehr reich …

Hier sind die Wege doch alle etwas länger, weil im Zentrum keine Wohnhäuser sind, dafür dann eher 4 spurige Straßen (in eine Richtung, dann noch 4 mehr in die andere Richtung), über die man dann aber schnell voran kommt – trotzdem ist man ohne Auto echt aufgeschmissen! An Sonn- und Feiertagen schließen sie hier auch eine der 2 großen Axenstraßen, so dass man dort Joggen und Fahrrad fahren kann 🙂 . Einige Aiesecmitglieder wohnen so allerdings auch 1,5 Stunden auseinander …

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